Aachen - „Religion ist in Familien häufig nicht mehr so wichtig“

„Religion ist in Familien häufig nicht mehr so wichtig“

Von: Katrin Fuhrman
Letzte Aktualisierung:
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Aachen | 2009 gab es nach einer Zählung im Bistum Aachen noch mehr als 15 000 Messdiener – 7900 Mädchen und 7200 Jungen. Im Jahr 2015 waren es knapp 10 000. Jonas Zechner ist Referent für Jugendpastoral im Bistum Aachen. Im Gespräch erklärt er, warum

Aachen. 2009 gab es laut einer Zählung im Bistum Aachen mehr als 15.000 Messdiener. Im Jahr 2015 waren es etwa 10.000. Jonas Zechner ist Referent für Jugendpastoral beim Bistum Aachen. Im Interview erklärt er, warum immer weniger junge Menschen Ministrant sein wollen.

Wir Hier: Ist die sinkende Bedeutung von Religion und Glaube in der Gesellschaft ein Grund dafür, warum die Zahl der Ministranten sinkt?

Jonas Zechner: Im Bistum Aachen gibt es zurzeit etwa 10.000 Mädchen und Jungen, die sich als Ministranten engagieren. Es ist aber kein Geheimnis, dass unsere Gesellschaft älter wird und es weniger junge Menschen gibt. In den Familien ist das religiöse Leben nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Gerade dort entscheidet sich, in welche Richtung sich ein junger Mensch orientiert, und ob er sich überhaupt mit Religion und Glaube auseinandersetzt. Kinder und Jugendliche haben heute einfach viel weniger Zeit für ehrenamtliches Engagement. Die Ganztagsschule, G8 sowie andere Freizeitmöglichkeiten lassen den Jugendlichen weniger Spielraum. Deshalb verändert sich das Ehrenamt. Viele Jugendliche sind immer noch sehr motiviert, sich aktiv einzubringen. Aber sie bringen sich lieber in konkrete, zeitlich begrenzte Projekte und Aktionen ein.

Wir Hier: Warum entscheiden sich dennoch einige junge Menschen dafür, Ministrant zu werden?

Zechner: Selbst den Gottesdienst mitzugestalten und das vor allem mit seinen Freunden zusammen, ist für viele Jugendliche die entscheidende Motivation, Ministrant zu werden. Sie erleben Gemeinschaft in Gruppenstunden, Aktionen und Fahrten.

Wir Hier: Warum können junge Menschen vom Dienen profitieren?

Zechner: Das Selbstbewusstsein der Jugendlichen wird durch die aktive Mitgestaltung des Gottesdienstes gestärkt. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen. Ministrant zu sein heißt, im Team zu arbeiten, den eigenen Glauben kennenzulernen und kreativ zu sein. Diese Fähigkeiten stärken die Jugendlichen auch für ihren weiteren Lebensweg.

Wir Hier: Braucht man irgendwelche Voraussetzungen, um zu Ministrieren?

Zechner: Jeder, der zur Erstkommunion gegangen ist, kann Ministrant werden. Es gibt in den Gemeinden eine Schulung für die Ministranten. In der lernen sie den Ablauf des Gottesdienstes und ihre Aufgaben kennen.

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