Aachen - Projekt Sonnenwagen: Auf den Traum folgt das Ziel

Projekt Sonnenwagen: Auf den Traum folgt das Ziel

Von: Laura Laermann
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Geschafft: Das 40-köpfige Team feiert die Zieleinfahrt in Adelaide in Australien. Foto: Sonnenwagen Aachen e.V.
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Die Initiatoren Hendrik Löbberding und Niklas Kaltz trennen sich nur schweren Herzens vom Sonnenwagen. Foto: Laura Laermann

Aachen. Das Projekt Sonnenwagen geht in die zweite Runde. Nachdem das Aachener Team erfolgreich bei der „World Solar Challenge“ (WSC) in Australien abgeschnitten hat, ist die Motivation groß, 2019 wieder bei dem Rennen mitzufahren. Daher soll nun ein neues Schmuckstück her: der Sonnenwagen 2.0.

Bis dahin steht der Gruppe aus Studenten der RWTH und FH Aachen wieder ein langer Weg bevor. Zwei Jahre hat die Arbeit an dem ersten Solarauto gedauert, und zwei Jahre werden sie auch dieses Mal investieren. Aber zunächst gilt es, ein neues Team aufzustellen. Denn viele der Beteiligten schließen ihr Studium nun ab und verlassen Aachen.

In einem fließenden Übergang wollen die sechs Initiatoren ihr Herzensprojekt dem Nachwuchs übergeben. „Wir haben so viel unserer Freizeit investiert. Wem es jetzt nicht schwerfällt, sich vom Sonnenwagen zu trennen, der hat etwas falsch gemacht“, sagt Niklas Kaltz, Mitbegründer des Teams. Die Studenten haben sich in den vergangenen Jahren viel technisches Wissen angeeignet.

Aber nicht nur das: Sie haben sich mit dem Sonnenwagen vor allem einen Traum erfüllt. „Jeder von uns ist an dem Projekt gewachsen. Wir haben uns alle zu Charakteren entwickelt“, sagt Initiator Hendrik Löbberding.

Diese Chance sollen nun auch andere junge Studenten bekommen. Bei einem Recruiting am Montag und Dienstag (s. Spalte) stellt das Team Sonnenwagen seine Zukunftspläne vor und wirbt um neue Mitglieder. 15 Bewerbungsgespräche wurden bereits geführt, doch auch Absagen erteilt. Um an dem Projekt mitwirken zu können, sollte man nämlich mindestens ein Dreiviertel-Jahr Zeit haben. Viele Vorkenntnisse sind nicht gefragt, aber die Motivation muss stimmen.

Innovation am Laufen halten

Bis zum Ende des Semesters werden die Initiatoren aber noch bei der Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte mitwirken, um Fehler zu vermeiden, mit denen sie selbst anfangs konfrontiert waren. Erst wenn die Regularien für die nächste WSC feststehen, können die Konzepte angepasst und umgesetzt werden. Denn jedes Jahr werden die Regeln so stark verändert, dass kein Team mit seinem Vorjahresmodell antreten darf.

„Alle müssen bei Null anfangen, sonst könnte jeder seinen Wagen immer weiter perfektionieren“, erklärt Initiator Hendrik Löbberding. Kaltz ergänzt: „Die Veranstalter wollen so die Innovation am Laufen halten.“

Daher gilt auch für den Aachener Sonnenwagen: abtreten. Doch zunächst steht ihm ein „Face-Lift“ bevor. Mit Verbesserungen an Fahrwerk und Antriebsstrang darf sich der Sonnenwagen im September noch einmal bei der „European Solar Challenge“ im 50 Minuten entfernten Heusden-Zolder in Belgien präsentieren. Eine Gelegenheit für das neue Team, erste Wettkampferfahrung zu sammeln.

Der Sonnenwagen bleibt jedoch Vorbild für das neue Auto, das ebenfalls nach der bewährten Katamaranform gebaut wird. Allerdings wollen die Ingenieure das Fahrzeug kürzer gestalten. Je weniger Material desto leichter und hoffentlich schneller. Deswegen wird auch das Cockpit verkleinert und der Hybridrahmen aus Carbonfasern gefertigt.

Insgesamt 24 Teams

Aber nicht nur Gewicht soll eingespart, auch die Aerodynamik soll durch möglichst geringe Spaltmaße, die Räume zwischen den äußeren Bauteilen, verbessert werden. Insgesamt gibt es bereits 20 grundlegende Ansätze, um den Wagen zu verbessern. Dabei setzen die Ingenieure auch auf innovative Verfahren wie den 3-D-Druck für kleinere Bauteile.

Aber auch schon mit dem ersten Sonnenwagen waren die Aachener erfolgreich. Obwohl sie als eines der sechs neuen von 24 Teams angetreten sind, haben sie mit dem (noch inoffiziellen) 13. Gesamtplatz erfolgreich abgeschnitten. Kein einziger technischer Fehler hat das robuste Solarauto zum Stehen gebracht, ein bewölkter Himmel allerdings schon, nachdem auch die Energiereserven aufgebraucht waren.

Doch mit der Sonne kam auch der Sonnenwagen zurück ins Rennen. Was mit einer Idee in einer WG begann, endete mit der Zieleinfahrt nach 3022 Kilometern durch das australische Outback.

„Das war ein unglaublicher Moment“, erinnert sich Kaltz. „Nach zwei Jahren harter Arbeit waren wir befreit. Danach haben wir zwei Stunden lang hart gefeiert.“ Fortsetzung folgt.

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