Moderne Klänge an der Orgel

Von: Sonja Essers
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Neben seinem Studium begleitet Jonas Nobis am Wochenende die Messen in den Eschweiler Gemeinden Peter und Paul und Heilig Geist. Foto: Sonja Essers

Eschweiler. Jonas Nobis springt immer dann ein, wenn in seinem Heimatort Eschweiler ein Kirchenmusiker gebraucht wird. In den Gemeinden St. Peter & Paul und Heilig Geist begleitet der 20-Jährige dann Taufen, Hochzeiten und ganz normale Gottesdienste an der Orgel.

Ein Nebenjob, der es in sich hat, wie Jonas zu berichten weiß: „Man sollte den Job eines Kirchenmusikers auf keinen Fall unterschätzen. Seine Arbeit fängt nicht erst an, wenn er sich an die Orgel setzt.“ Und er muss es wissen.

Seit dem zehnten Schuljahr ist er als Aushilfe tätig, von September 2015 bis Ende Oktober 2016 war er in der Gemeinde Peter und Paul sogar der verantwortliche Kirchenmusiker. „Nachdem der Kirchenmusiker der Pfarre gestorben ist, musste erst ein neuer gesucht werden. Die Zeit dazwischen habe ich dann überbrückt“, sagt Jonas. Gar keine einfache Aufgabe.

„Am Anfang musste ich Melodie und Akkorde erst einmal in Einklang bringen. Schließlich spielt man ja nicht immer nur die Melodie mit“, sagt er. Doch das ist auf der Orgel gar nicht so einfach. Schließlich wird dieses Instrument mit Händen und Füßen bedient. Hinzu kommt, dass kaum ein Haushalt über ein solches Instrument verfügt. Das Üben wird damit natürlich erschwert. „Ich übe einfach am Klavier, das geht eigtnlich auch ganz gut“, sagt Jonas.

Doch nicht nur die Begleitung der Gottesdienste gehörte für den Studenten zur täglichen Arbeit. Er probte auch mit dem Frauen- und Kinderchor der Gemeinde, sang in Grundschulen und Kindergärten mit den Kindern und kümmerte sich um die Organisation der zahlreichen Konzerte, die in den drei Kirchen der Gemeinde stattfanden. Und damit nicht genug. „Im Grunde beginnt sie schon bei der Auswahl der Lieder, die man vor jedem Gottesdienst trifft“, sagt Jonas. Als Kirchenmusiker hat er die freie Wahl.

„An Weihnachten und Ostern werden die schönsten Lieder gespielt. Meiner Meinung nach macht diese Mischung zwischen alten und neuen Liedern auch einen guten Gottesdienstaus“, sagt Jonas, der versucht, immer auch seinen eigenen Stil in die Interpretation einfließen zu lassen. „Jeder Musiker hat seinen eigenen Stil und so kann auch die Begleitung aussehen. Man kann Stücke traditionell spielen oder etwas jazziger.“ Doch gerade das sei nicht immer von den Zuhörern gewollt. Nicht jeder könne sich mit moderneren Klängen anfreunden.

Natürlich muss man auch während der Gottesdienste dafür sorgen, dass die Gläubigen wissen, welches Lied angestimmt wird. „Das habe ich am Anfang ein oder zwei Mal vergessen. Mittlerweile passiert mir das natürlich nicht mehr“, sagt Jonas und lacht. Nervös war er zu Beginn vor allem vor dem Anstimmen der Lieder.

Ungewohnt sei das für ihn gewesen, sagt er. „Das Schlimmste, das einem Organisten passieren kann, ist, dass nur zwei Leute mitsingen. Meistens ist einer davon der Priester und einer ist man selbst. Das macht nicht so viel Spaß“, sagt der 20-Jährige. Der Beruf des Kirchenmusikers kommt für Jonas, der Musik und Chemie auf Lehramt studiert, übrigens nicht in Frage. Dennoch will er seine Freizeit weiterhin in den Kirchen seiner Heimat verbringen.

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