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Kommentiert: Schaltet die Kamera aus und den Kopf an!

Ein Kommentar von Katharina Menne

Der israelische Satiriker Shahak Shapira hat mit seiner Internetseite „yolocaust.de“ unseren verharmlosenden und manchmal respektlosen Umgang mit Denkmälern entlarvt.

Fröhlich vor dem Berliner Holocaust-Mahnmal posierende junge Menschen montiert er in die grausamen Bilder aus nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Es scheint plötzlich so, als würden sie auf Leichenbergen tanzen, jonglieren oder herumspringen.

Klar, optisch besteht das Mahnmal nur aus Betonblöcken, die zu Schabernack oder auch einem Sonnenbad regelrecht einladen, aber symbolisch sind es die Grabsteine der sechs Millionen Juden, die ermordet wurden.

Es gibt einfach Orte, an denen Selfies und Instagram-Posen unangebracht sind, und die ihre Wirkung eindrucksvoller verbreiten könnten, wenn die Kamera mal in der Tasche bliebe. Um das Leben zu feiern, gibt es wahrlich passendere Orte. Schaltet beim nächsten Mal vorher den Kopf an!

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