Düren. - Janina ist Ministrantin aus Überzeugung

Janina ist Ministrantin aus Überzeugung

Von: Katrin Fuhrmann
Letzte Aktualisierung:
13525968.jpg
Janina Felter aus Düren ist Messdienerin in der Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt. Foto: Katharina Menne
13457546.jpg
Zweimal im Monat schlüpft Janina Felter Sonntagsmorgens in ihr rotes Gewand. Zu besonderen Feierlichkeiten kann es auch schon mal das lilafarbene sein. In der Sakristei, einem Nebenraum der Kirche, bespricht sie mit Pastor *** noch einmal den Ablauf d

Düren. . Wer heutzutage in die Kirche geht, sucht mitunter vergeblich nach jungen Menschen. Die katholische Kirche scheint gerade für die jüngere Generation immer mehr an Bedeutung zu verlieren. Janina Felter ist eine Ausnahme. In ihrem Leben spielt die Kirche eine wichtige Rolle: Sie ist seit ihrem neunten Lebensjahr Messdienerin in der Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt in Düren.

Nach der Kommunion entschied sich Janina, Ministrantin zu werden. Während ihre Freunde am Wochenende die Nächte durchmachten, blieb Janina lieber zu Hause, um morgens fit für den Gottesdienst zu sein. „Ich war eigentlich nie der Mensch, der als Jugendlicher viel feiern war. Deswegen hat es mir meistens auch nichts ausgemacht, am Wochenende fürs Dienen früh aufzustehen“, sagt sie.

Zeitweise sei es zwar schwierig gewesen, ihr damaliges Hobby Leichtathletik mit dem Dienen zu verbinden, aber aufgeben wollte sie das Dienen dennoch nicht. Anfangs waren Janinas Eltern eher dagegen, als dafür. Aber auch das hat Janina nicht entmutigt. „Von Anfang an habe ich mich in der Gemeinde sehr wohl gefühlt. Es ist spannend, mit Jugendlichen aus verschiedenen Altersgruppen zusammenzukommen und sich auszutauschen“, sagt sie. „Die Jüngeren fänden es toll, etwas von den Großen zu lernen. Und irgendwie können wir Großen ja auch etwas von den Jüngeren lernen“, ist sich Janina sicher.

Seit 2010 ist sie auch Leiterin der Ministrantengruppe. In der Gemeinde gibt es derzeit 27 Ministranten – 13 Mädchen und 14 Jungen im Alter von neun bis 26 Jahren. Die Truppe bei Laune zu halten, ist manchmal nicht ganz einfach. Immerhin hat Janina das Ziel, immer mehr junge Menschen für das Amt zu gewinnen. Einmal im Monat trommelt sie alle Messdiener zusammen – dann wird geprobt, damit bei der Eucharistiefeier auch nichts schiefläuft. Zu den Aufgaben der Messdiener zählt zum Beispiel, den Leuchter während der Lesung zu halten, das Weihrauchfass zu schwenken oder die Altarschellen während der Gabenwandlung zu läuten.

Seit dem Zusammenschluss der Gemeinschaft der Gemeinden Düren-Nord (GdG) unternehmen die Messdiener aller Gemeinden einmal im Jahr gemeinsam etwas – nächstes Jahr soll es nach Rom gehen. Den Austausch mit den anderen Gemeinden findet Janina sinnvoll. Gemeinsam mit den anderen Messdienerleitern aus der GDG hat Janina vor kurzem auch einen Präventionskurs absolvieren müssen. Dabei ging es um die Frage, wie sie zu reagieren hat, wenn ihr Kinder erzählen, dass sie von Männern angefasst wurden oder ihnen „merkwürdige“ Fragen gestellt werden. „Wir sprechen in der Gemeinde ganz offen darüber, was in der Vergangenheit in der Kirche passiert ist“, sagt Janina. Sie meint damit ganz konkret, die Missbrauchsfälle. Es sei wichtig, diese Thema aufzugreifen, damit so etwas nicht mehr passiert.

Andere Dinge werden wichtiger

Auch wenn Janina gerne Messdienerin ist, kann sie verstehen, dass junge Menschen irgendwann das Weite suchen und der Kirche und dem Dienen den Rücken zuwenden. Andere Dinge werden einfacher interessanter. „Die meisten hören nach dem Abitur oder der Ausbildung auf“, erzählt sie. Häufig seien aber auch die Eltern der Grund dafür. Sie müssten die Kinder zur Kirche fahren und die Wochenende nach dem Dienen richten. Wenn die Eltern das nicht unterstützen, hätten die Kinder meistens keine andere Wahl, als aufzuhören. Manchmal wende sich das Blatt aber, so wie auch bei Janina: Ihre Familie engagiert sich mittlerweile selbst in der Gemeinde.

„Klar, es gibt immer welche, denen das Dienen irgendwann zu ‚uncoole_SSRq ist. Aber das ist in meinen Augen nicht der Hauptgrund, warum einige mit dem Dienen aufhören“, sagt sie. Derzeit schreibt Janina an ihrer Doktorarbeit – im Fach Physik. Ein Grund, warum einige Freunde und Kommilitonen nicht verstehen können, wieso Janina sich in der Kirche engagiert. Schließlich spielt der Glaube bei den angehenden Physikern eher eine untergeordnete Rolle. Sie versuchen hingegen mit der Wissenschaft alles zu erklären. „Wie kannst du das verbinden? Das ergibt doch keinen Sinn“, bekommt sie oft zu hören.

Doch für Janina schließt das eine, das andere nicht aus. „Die Tradition und die Gemeinschaft stehen für mich im Vordergrund. Ich stelle einiges, was die katholische Kirche tut, in Frage und ich glaube auch nicht an alles, was in der Bibel steht. Aber der Grundglaube ist da“, sagt sie.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert