Ein besonderer Akkuschrauber: Bis in die kleinste Ecke

Von: Laura Laermann
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Der auf die Hand steckbare Akkuschrauber ist eine Erfindung von Mario Emmerich, Stefan Kurtenbach, Burkhard Corves und Mathias Hüsing. Foto: Laura Laermann

Aachen . Keine Chance, weder mit Schraubendreher gelang es, noch mit Akkuschrauber – auch dieser erwies sich als zu sperrig. Wie ärgerlich! Und gleichzeitig Auslöser einer Idee.Der damalige Maschinenbaustudenten Mario Emmerich und seinKumpel wollen einen flexiblen Akkuschrauber für das Handgelenk entwickeln, mit dem man auch in kleine Zwischenräume gelangt.

Aus der Idee wird ein Projekt. In seiner Bachelorarbeit an der RWTH Aachen konstruierte Emmerich 2013 das Werkzeug in der Theorie. Ein halbes Jahr später arbeitete er gemeinsam mit seinem Betreuer Stephan Kurtenbach vom Institut für Getriebetechnik und Maschinendynamik an dem ersten Prototypen.

Wie eine Armschiene wird das Werkzeug angelegt. Auf dem Unterarm liegen Akku und Motor, die über eine Gelenkkette, die am Handrücken entlang verläuft, mit dem Schraubkopf verbunden ist. Dieser wiederum wird vom Mittelfinger geführt. Knickt man ihn, ist es also möglich, um die Ecke zu schrauben. Den willkürlichen Gedanken, dass einem dabei der Finger abbrechen könnte, kann man ohne Weiteres verwerfen: „Der Finger gibt nur die Richtung vor. Die gesamte Kraft liegt auf dem Handballen und wird auf den Schraubkopf übertragen“, erklärt Emmerich. Ein wichtiger Aspekt, denn „der Finger würde den Druck nicht aushalten“.

Der Erfinder hat genau berechnet, wie die Kräfte wirken. Die technischen Abläufe sind ausgefeilt, nur das Produktionsdesign ist noch nicht ausgereift. Während die einzelnen Teile des ersten Prototypen allesamt 3D-gedruckt wurden, sind im zweiten Modell Getriebe, Zahnräder und Gelenke aus Stahl eingebaut. Zwar ist das zweite Modell kostengünstiger, doch hakt es am Tragekomfort: „Das müssen wir unbedingt noch verbessern“, sagt die Organisatorin des Projekts, Roberta Caterino. Bislang sind Unternehmen zwar interessiert, sehen aber noch nicht die ausschlaggebenden Vorteile. Die Marktreife fehlt.

Für die Weiterentwicklung fehlt das Geld. Daher versuchen Emmerich und Kurtenbach weiter, Firmen von ihrer Erfindung zu überzeugen. Momentan lassen sie sich ihr Werk sowohl in Deutschland als auch weltweit patentieren. Die Chancen auf die Erteilung des Patents stehen laut Emmerich nicht schlecht.

Trotzdem hat er sich bewusst gegen die Gründung eines eigenen Unternehmens entschieden. Das ist dem 31-Jährigen, der mittlerweile in der Entwicklung im Getriebe-Testing arbeitet, zu risikoreich. Dennoch glaubt er an seine Idee: „Viele meiner Freunde hätten diesen Akkuschrauber gerne“, sagt er. Möglicherweise wird auch dieser Wunsch irgendwann Realität.

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