Region - Der etwas andere Zirkus

Der etwas andere Zirkus

Von: Naima Wolfsperger
Letzte Aktualisierung:
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Handarbeit mit Moderne mischen: Das wollen Katrin Engel und Jean-Marie Dütz auf ihrem Designmarkt l Foto: N. Wolfsperger

Region. Angefangen hat alles mit einem Schal. Oder eher mit keinem Schal. Denn Katrin Engel hat einfach nicht den Schal gefunden, den sie sich gewünscht hat. „Da habe ich mich hingesetzt und gestrickt“, sagt die ehemalige Produktdesignstudentin. In ihrem Studium hat sie sich überwiegend auf Arbeiten mit Holz konzentriert. Das schlägt sich auch in dem Schmuck nieder, den sie inzwischen herstellt.

Der Schal war aber nur der Anfang, das ausschlaggebende Moment, in dem sie sich entscheidet, das Label „nice nice nice“ zu gründen. Die 32-Jährige produzierte immer mehr und bot schließlich im Internet auf einer jungen Marktplattform Produkte an. „Direkt am ersten Tag wurden zwei Schals bestellt“, sagt die junge Frau mit einem Leuchten in den Augen, an dieses Erfolgserlebnis erinnere sie sich gut.

Danach zieht Engel einige Jahre mit ihrem Freund Jean-Marie Dütz von Markt zu Markt, in ganz Deutschland, um ihre selbst entworfenen und handgearbeiteten Schals, Socken, Kissen und Holzschmuck zu verkaufen. „Irgendwann ist uns aufgefallen, dass es in Aachen zwar Handwerker-Märkte gibt, die aber alle überwiegend Wert auf die besondere Herstellung legen.

Uns geht es nicht nur um die Produktionsart, sondern auch um modernes Design“, sagt Engel. Sie sahen eine Lücke, eine Chance, „und dann haben wir es einfach gemacht“. Vor vier Jahren trauten sie sich und veranstalteten den Designmarkt „Handmade Circus“ in der Aula Carolina. Der Aufwand ist alles andere als gering.

Was man für eine Veranstaltung wie den Designmarkt alles braucht, hat die beiden etwas überrascht. „Das geht von Bauamtsanträgen über besondere Nutzung bis hin zum Gespräch mit den Händlern, ob sie denn mit dem Markt auch zufrieden sind“, sagt Engel. Und alle Jahre wieder sind die beiden schrecklich nervös, bevor es los geht.

Inzwischen lockt der Markt jährlich bis zu 5000 Besucher an. Und um die 60 Aussteller. Die Händler kommen aus ganz Deutschland, sogar aus Berlin und München, aber auch aus Belgien und Holland. „Viele kennen wir bereits von anderen Märkten in Hamburg oder Berlin. Das hat uns am Anfang auch geholfen, da haben uns die Händler großes Vertrauen entgegengebracht“, sagt Engel, die weiß, dass Aachen für einige der Designer und Handwerker nicht gerade auf dem Weg liegt.

Der Marktname, „Handmade Circus“, soll auf die Produktion hinweisen – aber nicht nur: „Es geht uns auch um die bunte Mischung auf dem Markt“, sagt Engel. „Und die Marktwelt hat auch was von einem Zirkus“, sagt Dütz. Das Herumreisen und die Gemeinschaft, die sich da bildet.

Engel kommt aus Alsdorf. Dütz aus Aachen. Sie haben sich in der Fachoberschule für Gestaltung kennengelernt. Beide studierten an der FH. Und jetzt leben sie von ihrer Kunst, die sie entweder selbst herstellen oder die sie von kleinen Handwerksunternehmen in Deutschland herstellen lassen. „Nicht alle haben einen Internetauftritt. Das macht die Suche nicht unbedingt einfacher“, sagt Katrin. Auch wenn sie sich über die Besuche bei den Herstellern immer freue.

Dütz ist auch Designer. „In einer Stadt, in der so viele Studenten und junge Menschen wohnen wie in Aachen, da gehört Design einfach dazu“, sagt er, gesteht aber ein, dass er sich dessen vor der ersten Veranstaltung dann doch nicht so sicher war. „Sicherlich hatte ich öfters Angst, dass gar niemand kommt.“ Aber sie sind gekommen. Im ersten Jahr, 2013, hatten die beiden nur einen Markttag angesetzt. „Da wurde es dann doch kritisch, weil plötzlich so viele Besucher da waren“, sagt Dütz. Und nicht nur junge Menschen – „es kommen Besucher jeden Alters.“

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