Der Bestatterberuf : Früher verschrien, heute beliebt

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Christian Jaeger ist Vorsitzender des Bestatterverbandes NRW und der Bestatterinnung NRW. Foto: Christian Jäger

Düsseldorf. Christian Jäger ist Geschäftsführer des Bestatterverbands NRW. Im Interview mit WirHier für die Serie "Jobtausch: Wir Hier packt an" spricht er über einen Beruf, der sich in den letzten Jahren besonders verändert hat.

WierHier: Wie hat sich das Berufsbild als Bestatter gewandelt?

Jäger: Erst seit 2007 gibt es die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, vorher gab es lediglich Lehrgänge und Fortbildungsmöglichkeiten zum geprüften Bestatter. Das Problem ist, dass der Bestatterberuf noch immer zulassungsfrei ist und jeder ihn ausüben dürfte. Zum Glück gibt es nur sehr wenige schwarze Schafe, denn die Enttäuschung der Angehörigen nach einer missglückten Trauerfeier kann niemand wieder wettmachen.

WirHier: Haben sich auch die Tätigkeiten des Bestatters gewandelt?

Jäger: Die Kerntätigkeit, also die Überführung und hygienische Versorgung des Toten, das Gestellen des Sarges und die Trauerfeier haben sich kaum verändert. Allerdings hat sich das Image des Berufs gewandelt. War Bestatter früher als unrein verschrien, genießt er heute einen guten Ruf. Außerdem hat sich das Bewusstsein der Menschen zum Thema Sterben verändert. Deshalb wird der beratende Aspekt zu Lebzeiten eines Menschen immer wichtiger. Als Art der Bestattung wird die Urnenbeisetzung immer beliebter. Und auch neue gesellschaftliche Entwicklungen und Fragen zum Thema digitaler Nachlass rücken zunehmend in den Fokus.

WirHier: Gibt es einen Mangel an Auszubildenden?

Jäger: Im Moment ist die Nachfrage an Ausbildungsplätzen deutlich größer als das Angebot der 4000 deutschen Bestattungsunternehmen. Pro Jahr gibt es in NRW nur knapp 50 freie Ausbildungsplätze.

WirHier: Wie sieht es mit dem Frauenanteil aus?

Jäger: Früher war der Bestatter ein typischer Männerberuf, das hat sich geändert. Im letzten Jahr lag die Quote weiblicher Ausbildungsanfänger erstmals bei über 50 Prozent. Sie überzeugen mit ihrer Sozialkompetenz.

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