Aufwerten, was andere wegwerfen

Von: ik
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Paul Sous und sein Alter Ego Käpten Nobbi. Foto: Ines Kubat

Stolberg. Der Aachener Künstler Käpten Nobbi präsentiert seine zweite Ausstellung „Lost and found, then crowned“.

Ein Meer aus Farbdosen, zahlreiche Kisten, und viele Bretter in allen Formen und Größen: Das Atelier von Paul Sous in Stolberg würde so mancher als chaotisch bezeichnen. Anderen käme der Begriff „Messi“ in den Sinn. Bei diesem Wort muss der Künstler selbst schmunzeln.

Denn zwischen all dem, was andere als Schrott und Gerümpel bezeichnen, findet er kleine Schätzchen. Das hat er von seiner Mutter. „Wir werden deshalb auch die Ludolfs der Kreativszene genannt.“ Der 25-jährige Künstler ist eigentlich gelernter Schilder- und Lichtreklametechniker, hat aber zusätzlich am Gut Rosenberg Handwerksdesign studiert.

Nun steht er kurz vor seiner zweiten eigenen Ausstellung: „Lost and found, then crowned“ kann man vom 9. bis 11. September in der Raststätte anschauen. Der Name der Ausstellung verrät es bereits: Sie wird das Motto Sous’ aufgreifen: Denn er verwendet hauptsächlich Dinge, die von anderen achtlos weggeworfen wurden und gibt ihnen mit Farbe und Wörtern eine neue Bestimmung.

Auf eine nackte Leinwand zu malen, das kommt für den 25-Jährigen eigentlich nicht infrage. Viel spannender als Grundlage seien Holzdielen und Planken, die er irgendwo findet – zum Beispiel auf dem Sperrmüll oder irgendwo im Graben. „Es sind Dinge, die ihren eigentlichen Nutzen schon verloren haben. Genau dort beginnt meine Arbeit.“

Besonders oft sieht man auf Sous’ Kunstwerken einen kleinen Affen – mal im Unterhemd, mal mit Zylinder und Monokel: Gestatten, Käpten Nobbi. Er ist nicht nur Namensgeber des Künstlerlabels sondern auch Alter Ego des jungen Künstlers selbst: „Als Kind wollte ich unbedingt einen Affen als Haustier. Als ich gemerkt habe, dass das keine wirklich gute Idee ist, habe ich mir meinen eigenen Lebensbegleiter geschaffen.“

Und der zeigt in vielen Werken des Künstlers stolz den Klenkes. Denn Heimatverbundenheit ist ein weiteres Markenzeichen des Künstlers: „Ich bin in Aachen sehr verwurzelt. Die Stadt und ihre Menschen haben mich stark geprägt.“ Genau deshalb hat auch Dorothy, die Protagonistin aus „Der Zauberer von Oz“ einen festen Platz auf seinen Bildern. Warum? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Von ihr stammt der Satz ‚There’s no place like home.‘“ (Es gibt keinen Ort, wie Zuhause.)

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