Arbeit eines Dachdeckers: Maschinen können nicht alles

Von: ll
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Dietmar Steinmetz glaubt an die Zukunft des Dachdeckers.

Aachen. Wie kann man mehr junge qualifizierte Menschen für den Beruf des Dachdeckers gewinnen? Einen Lösungsvorschlag hat Dietmar Steinmetz, Obermeister der Dachdecker-Innung für die Städteregion Aachen. Das Interview führte Laura Laermann.

Wir Hier: Herr Steinmetz, hat der Beruf des Dachdeckers Zukunft?

Dietmar Steinmetz: Ja. Ein Teil der Arbeiten ist mittlerweile mechanisiert und automatisiert, zum Beispiel durch Schrägaufzüge oder Kräne, die das Material transportieren. Aber viele Arbeiten können nicht von Maschinen übernommen werden, daher werden immer Dachdecker gebraucht.

Wir Hier: Gibt es denn genügend qualifizierte Bewerber, die eine Ausbildung zum Dachdecker machen wollen?

Steinmetz: Nein, uns fehlt der Nachwuchs. Vor allem die Qualität der schulischen Ausbildung lässt bei vielen Bewerbern zu wünschen übrig. Das liegt aber nicht nur an den Schulen, sondern auch an den Leuten selbst, die in der Schule nicht aufgepasst haben. Früher hat man zwar immer gesagt: Wenn du nirgendwo was kriegst, dann wirst du Dachdecker. Das hat heute aber keinen Bestand mehr, weil unser Beruf durch die Entwicklung der Technik anspruchsvoller geworden ist. Daher müssen wir viel mehr Abiturienten an den Hochschulen abholen, denn es gibt genug Studienabbrecher, die merken dass sie nicht fürs Studium geeignet sind. Aber wir müssen auch die Eltern der Abiturienten erreichen, die ihren Kindern oftmals zum Studium raten statt zur Ausbildung.

Wir Hier: Gibt es Vorurteile über diesen Beruf?

Steinmetz: Viele Menschen wissen nicht, wie vielseitig die Arbeit eines Dachdeckers ist. Wir verlegen nicht nur Dachziegel. Wir haben mit Dämmungen und Abdichtungen von Dächern, Balkonen, Bungalows und Fabrikhallen zu tun. Aber auch Klempner- und Metallarbeiten gehören zu dem Beruf. Zudem ist man an der frischen Luft, hat viel Bewegung und ist auf verschiedenen Baustellen unterwegs. Es gibt also immer wieder neue Herausforderungen.

Wir Hier: Was macht den Beruf anspruchsvoll?

Dietmar Steinmetz: Dachdecker brauchen mehr bauphysikalische Kenntnisse, zum Beispiel in der Wärmedämmung oder der Dampfsperren-Verarbeitung. Aber auch Arbeitsgeräte und Materialien sind technisch anspruchsvoller und diffiziler in der Verarbeitung geworden.

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