„An Nachwuchs in der Branche mangelt es nicht“

Von: tys
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Antonio Weinitschke, Friseur Obermeister der Stadt Aachen. Archivfoto: A. Schmitter

Aachen. Antonio Weinitschke ist Friseurmeister und bei der Handwerkskammer Aachen als Obermeister gemeldet. Im Interview mit Wir Hier spricht er im Rahmen der Serie „Jobtausch: Wir Hier packt an“ über die Zukunftschancen seiner Zunft.

WirHier: Wie sehen Sie die Friseurzunft in der Region aufgestellt?

Antonio Weinitschke: Betriebsstätten gibt es viele in der Region. Die Bereitschaft, für eine Bewerbung zum Auszubildenden ist wie in vielen anderen Ausbildungsberufen auch leider noch verbesserungswürdig. Dabei wird vom Zentralverband einiges getan, um unseren Beruf wieder ins rechte Licht zu rücken. Dafür wurde die Bezahlung angehoben und die Möglichkeit geschaffen, nach der Gesellenzeit direkt den Meister anzuschließen. Außerdem gibt es mittlerweile einen Studiengang namens Beautymanagement. Damit ist auch ein attraktives Angebot für Interessierte mit höherem Schulabschluss geschaffen worden.

WirHier: Was bedeutet „ins rechte Licht rücken“?

Antonio Weinitschke: Es herrscht immer noch das Bild in den Köpfen der Menschen vor, dass das „Friseurdasein“ äußerst schlecht bezahlt wird. In der Hinsicht ändert sich momentan viel. Auszubildende werden nicht nur nach dem tariflichen Mindestlohn bezahlt, sondern bekommen sogar etwas mehr. Wir müssen versuchen, diese Denkweise aus den Köpfen der Menschen zu bekommen. Dann haben wir auch wieder Chancen, mehr Auszubildende für uns zu begeistern.

WirHier: Mit welchen Problemen haben die Auszubildenden häufig am Anfang zu kämpfen?

Antonio Weinitschke: Als Friseur ist es normal, dass man den ganzen Tag steht. Das sind viele gar nicht gewohnt. Schließlich sitzen die meisten den ganzen Tag in der Schule. Außerdem muss ein höflicher Kundenumgang erlernt werden – und nicht nur in SMS-Form gesprochen werden.

WirHier: Was hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Antonio Weinitschke: Ganz eindeutig die Vielseitigkeit. Es wird nicht nur noch geschnitten oder eine Dauerwelle gemacht. Man kann viel kreativer sein und mehr ins Detail arbeiten. Was geblieben ist und wohl auch immer bleiben wird, ist die Nähe zum Kunden. Unser Handwerk ist schließlich nah am Menschen.

WirHier: Und trotzdem hat sich der Umgang dort ein wenig verändert.

Antonio Weinitschke: Ja, das stimmt. Viele Menschen nehmen sich nicht mehr die Zeit, zum Friseur zu gehen. Es muss immer schneller werden. Die Nachfrage nach einem Friseur wird allerdings wohl nie nachlassen.

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