Lüttich - Tihange: Reaktor bleibt bis November abgeschaltet

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Tihange: Reaktor bleibt bis November abgeschaltet

Von: mgu
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Tihange Symbol Symbolfoto: Rainer Jensen/dpa
Das pannenanfällige Atomkraftwerk Tihange. Foto: Rainer Jensen/dpa

Lüttich. Der Atommeiler Tihange 1 bleibt voraussichtlich bis Ende November abgeschaltet. Das teilte der Betreiber des umstrittenen belgischen AKW, Engie-Electrabel, am Montag mit. Der Meiler war am vergangenen Dienstag manuell abgeschaltet worden, weil Ingenieure einen Defekt an einer Pumpe im nuklearen Bereich des Meilers festgestellt hatten.

Eine Gefahr bestehe nicht, die Abschaltung sei zwar ungeplant gewesen, aber kontrolliert, wie Engie-Sprecherin Anne-Sophie Hugé unserer Zeitung gesagt hatte. Die Ingenieure des Unternehmens hätten nun beschlossen, weitere Instandhaltungsarbeiten im nuklearen Bereich durchzuführen. Das soll laut Engie bis zum 30. November dauern. Ursprünglich hätte Tihange 1 am Montag wieder angefahren werden sollen.

Der älteste der drei Reaktorblöcke in Tihange ist seit 1975 in Betrieb. Immer wieder kommt es in den belgischen Kernkraftwerken zu Störungen. Block 1 in Tihange war erst im Mai abgeschaltet worden, nachdem es Probleme mit einem Wasserfilter außerhalb des nuklearen Bereichs gegeben hatte. Zuvor hatte der Block monatelang stillgelegen, weil bei Bauarbeiten ein Nebengebäude beschädigt worden war.

Belgien hat zwei Atomkraftwerke, eines mit drei Blöcken in Tihange nahe Lüttich, etwa 65 Kilometer von Aachen entfernt, und eines mit vier Blöcken in Doel nahe Antwerpen. Beide Kernkraftwerke sind mit teilweise schon mehr als 40 Jahren Laufzeit recht alt. Erst am Dienstag war über eine aktuelle Studie berichtet worden, in der Wissenschaftler der belgischen Universität Löwen die Abschaltung der Kraftwerke Tihange 2 und Doel 3 empfehlen.

Diese beiden Blöcke sind besonders umstritten, weil in ihren Reaktordruckbehältern Tausende kleine Risse entdeckt worden sind. Bürgerinitiativen und Politiker quer durch die Parteienlandschaft nicht nur in der Region fordern deshalb bereits seit Jahren die Stilllegung der beiden Kraftwerke.

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