Düsseldorf/Lüttich - Tihange: NRW verkauft umstrittene Pensionsfondsanteile

Dossier Tihange

Tihange: NRW verkauft umstrittene Pensionsfondsanteile

Von: Angela Delonge
Letzte Aktualisierung:
11738526.jpg
Nur rund 60 Kilometer von Aachen entfernt: Das belgische Atomkraftwerk Tihange ist in Deutschland und speziell in der Städteregion Aachen umstritten. Foto: dpa

Düsseldorf/Lüttich. Das Land Nordrhein-Westfalen wird die umstrittenen Unternehmensanleihen an den französischen Energiekonzernen EDF und Engie in Höhe von 23,3 Millionen Euro und damit an den belgischen Pannen-Reaktoren Tihange 2 und Doel 3 nächste Woche verkaufen.

Das teilte eine Sprecherin des NRW-Finanzministeriums am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung auf Anfrage mit. Der Verkauf der Unternehmensanleihen soll beim nächsten Zusammentreffen des Anlageausschusses beschlossen und angewiesen werden, sagte die Sprecherin. Der Anlageausschuss tagt nächsten Dienstag.

Die finanzielle Beteiligung Nordrhein-Westfalens über seinen Pensionsfonds an den belgischen Pannen-Meilern war nach Bekanntwerden vor zwei Wochen auf scharfe Kritik gestoßen. Sowohl die Tihange-Gegner in der Städteregion Aachen als auch die designierte Landesregierung aus CDU und FDP hatten der amtierenden Landesregierung Scheinheiligkeit im Kampf gegen die umstrittenen Reaktoren vorgeworfen. Die Parteichefs von CDU und FDP, Armin Laschet und Christian Lindner, hatten angekündigt, dieses „zweifelhafte Engagement schnellstmöglich stoppen“ zu wollen.

Der NRW-Pensionsfonds, der  ein Puffer für die steigenden Versorgungsansprüche von Landesbeamten sein soll, besteht zu 3,8 Prozent aus Unternehmensanleihen unterschiedlicher Branchen. Die umstrittenen Wertpapiere von Engie, die 0,05 Prozent an dem insgesamt 10,4 Milliarden Euro schweren Fonds ausmachen, waren in den Jahren 2012 bis 2014 gekauft worden. Noch letzte Woche hatte Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) in einem offenen Brief erklärt, den Verkauf „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ vornehmen zu wollen. „Ich lasse nicht den Vorwurf auf mir sitzen, die politische Verantwortung für eine vertretbare Anlage der Pensionsfondsmittel nicht ernst zu nehmen“, sagte Walter-Borjans.

Seit 1. Juni muss der NRW-Pensionsfonds nachhaltige Kriterien erfüllen. Seitdem ist der Erwerb von Wertpapieren von Waffenherstellern oder Unternehmen, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit Waffen, dem Betrieb von Kernkraftwerken oder der Herstellung von dafür wesentlichen Komponenten erzielen, verboten.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert