Störfall in AKW Doel: FANC spricht von „minimalem Leck“

Dossier Tihange

Doel-Betreiber Electrabel zu Störfall: „Man muss nicht panisch werden“

Von: Madeleine Gullert
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Das Gelände des umstrittenen Atomkraftwerks Doel bei Antwerpen.

Brüssel. Der belgische Meiler Doel 1 hat ein Leck im nuklearen Bereich. „Wegen des Lecks verliert der Meiler ein wenig Wasser“, sagte Anne-Sophie Hugé, Sprecherin des Betreiber Engie-Electrabel am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung. Das Leck befindet sich demnach in einem Notkühlsystem im Reaktor.

„Dort wird Wasser gelagert für den Fall, dass ein Unfall im Meiler eintritt und der Reaktor gekühlt werden muss“, erklärte Hugé. Der älteste belgische Meiler war bereits am Montag runtergefahren worden. Schon am Montag hatte Hugé von einem Problem im Kühlsystem gesprochen, damals stand aber noch nicht fest, dass der Meiler Wasser verliert. Als dies entdeckt wurde, seien ohnehin geplante Wartungsarbeiten vorgezogen worden. Der Meiler bleibe nun voraussichtlich bis Oktober abgeschaltet, sagte Hugé weiter.

„Man muss nicht panisch werden“, sagte die Engie-Sprecherin außerdem. Und nein, es handele sich nicht um radioaktives Wasser, sondern ganz normales Wasser. „Es hat zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bevölkerung bestanden.“ Der Betreiber der beiden belgischen Atomkraftwerke Doel bei Antwerpen und Tihange bei Lüttich setze auf absolute Sicherheit und würde deshalb die Reparaturen gerade vorbereiten. „Es wäre aber auch kein Problem, Doel 1 in dem jetzigen Zustand am Netz zu lassen“, sagte Hugé.

Die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc teilt diese Auffassung. In einer Stellungnahme teilte die Behörde mit, bei dem Leck in Doel 1 handele es sich um ein Leck von „geringer Wichtigkeit“.  Es stelle kein Sicherheitssystem dar, heißt es weiter  - und auch, dass Engie den Block freiwillig vom Netz genommen habe. Der Störfall werde aber weiter untersucht, noch lässt sich laut Fanc nicht sagen, auf welcher Stufe der Ines-Skala (Internationale Bewertungsskala für nukleare und radiologische Ereignisse) der Fall angesiedelt ist.

In Belgien stürzt sich die Politik dennoch auf den Vorfall. Die belgischen Grünen erklärten, dass der alte Meiler an seine Grenzen stoße.  Doel 1 ist seit 1974 am Netz, die Laufzeit war schon um zehn Jahre verlängert worden. Die Sozialistische Partei erklärte, dass die zunehmenden Vorfälle in den belgischen AKW besorgniserregend seien.

 

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