Aachen/Brüssel - Details zu Leck im Akw Doel: 6000 Liter ausgelaufen

Dossier Tihange

Details zu Leck im Akw Doel: 6000 Liter ausgelaufen

Von: Madeleine Gullert
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Doel 1 bei Antwerpen ist der älteste der sieben Reaktoren in Belgien. Foto: Wwuyts/Wikimedia

Aachen/Brüssel. Aus dem Leck im belgischen Meiler Doel 1 sind 6000 Liter Wasser ausgelaufen. Das berichtete die belgische Atomaufsichtsbehörde Fanc bei einer Anhörung im belgischen Parlament.

„Diese Information war mir völlig unbekannt“, sagte der Fraktionschef der belgischen Grünen Jean-Marc Nollet im Gespräch mit unserer Zeitung. Anfangs habe man doch nur von einigen wenigen Litern gesprochen. Betreiber Engie-Electrabel hatte kürzlich gesagt, dass das Wasser radioaktiv sein könnte, aber nicht aus dem Meiler auslaufe.

„Es befinden sich dort insgesamt 120.000 Liter Wasser“, sagte Mélanie Boulanger, Sprecherin der Fanc, unserer Zeitung. Die 6000 Liter Wasser, die durch das Leck ausgelaufen sind, seien deshalb keine große Menge. „Das sind nur fünf Prozent des Wassers im Primärkreislauf des Reaktors“, sagte Boulanger. Die Fanc-Sprecherin betonte erneut, dass der Vorfall auf der Ines-Skala (Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse) auf dem Niveau Null befindet, also auf der niedrigsten Stufe.

Der neue Fanc-Chef Frank Hardeman hatte sich am Mittwoch im Parlament über den Vorfall in Doel 1 rechtfertigen müssen. „Wir haben uns auch Kritik bezüglich unserer Kommunikation angehört“, sagte Boulanger. Man wolle künftig pro-aktiv kommunizieren. Derzeit sei die Fanc dabei, mit Partnern über vorsorgliche Gefahrenevaluationen zu erarbeiten.

Auch NRW-Energieminister Andreas Pinkwart (FDP) übte Kritik an der Kommunikation seitens Belgien. Über das Leck in Doel 1 hat er aus den Medien erfahren. „Ich habe mich sehr gefreut, dass Innenminister Jan Jambon bei unserem Gespräch in Brüssel vollständige Transparenz versprochen und den zeitnahen Austausch von Informationen angekündigt hat. Das hat sich in den vergangenen Wochen auch schon bemerkbar gemacht. Umso mehr habe ich es bedauert, dass wir von diesem Fall aus den Medien erfahren haben.“

Nollet kritisiert, dass die Ursache des Lecks noch nicht gefunden sei. „Ich bin mir sicher, dass das Alter des Meilers ein Grund für das Leck ist.“ Doel 1 bei Antwerpen ist der älteste der sieben Reaktoren in Belgien.

 

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