Dossier Tihange

„Anti-Tihange-Song“: Ein Lied gegen das belgische Kraftwerk

Von: mgu
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Musik ist seine Leidenschaft: Weil Marcel Glenz die Sorge um den Meiler Tihange 2 umtreibt, hat er ein Lied gegen den Atomreaktor geschrieben. Foto: Harald Krömer

Aachen. Marcel Glenz möchte, dass der umstrittene belgische Atommeiler Tihange 2 mit seinen Tausenden Rissen im Reaktordruckbehälter abgeschaltet wird. Und weil Glenz seit seinem vierten Lebensjahr Musik macht, hat der 13-Jährige einfach ein Lied gegen den Reaktor geschrieben, seinen „Anti-Tihange-Song“. So einfach wie es sich anhört, war es natürlich nicht.

Zwei Monate hat der Aachener Schüler daran gesessen, hat sich eine Melodie ausgedacht, auf seinem elektronischen Schlagzeug und dem Keyboard Musik eingespielt, am Computer etliche Tonspuren übereinandergelegt und vor allem einen Text geschrieben. „Tihange hat viele Pannen, bald sind wir von dannen“, heißt es in dem Text, den Glenz „rhythmisch spricht, ein richtiger Rap ist das nicht“, sagt Glenz ganz selbstkritisch.

Bei einem Essen mit seiner Familie ist ihm die Idee zu dem Lied gekommen, erzählt Glenz. Sein Onkel sagte, dass jeder Ort von unterschiedlichen Dingen bedroht würde: manche Regionen werden häufig von Erdbeben getroffen oder es gibt dort Hochwasser. Für Aachen und Umgebung ist eben das Atomkraftwerk Tihange, das bei Lüttich liegt, eine Bedrohung.

Bis zu dem Tag hatte Glenz nichts von dem belgischen Atomkraftwerk gehört. Der Schüler informierte sich, las alles, was er über das Akw im Internet fand, und macht sich Sorgen. „Dass Tihange so nah ist, beunruhigt mich.“ Die Pannen, die Risse, das lässt den Schüler nicht los – deshalb entschließt er sich dazu, das Lied zu schreiben. „Hinter jeder vernünftigen Musik sollte eine Botschaft stecken“, sagt der 13-Jährige, der zwischendurch dann doch Angst vor der eigenen Courage hat.

„Ich war mir nicht so sicher, ob ich als Jugendlicher überhaupt solche Kritik äußern darf.“ Richtig sauer sei er, dass „die Belgier nicht einsehen wollen, wie gefährlich Tihange ist“ und traurig ist Glenz auch, dass bisherige Proteste nicht funktioniert haben. „Vielleicht klappt es ja mit meinem Lied“.

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