Aachen - Zum 150. noch eine Premiere

Zum 150. noch eine Premiere

Von: Jan Mönch
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Auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (links) feierte mit dem AKV und seinem Präsidenten Horst Wollgarten. Aachens Oberbürgermeister Jürgen Linden (rechts) erhielt den goldenen Ehrenring des Vereins. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein hohes Alter bedeutet nicht, dass der Aachener Karnevalsverein (AKV) nicht mehr in der Lage wäre, für Premieren zu sorgen. So wurde Oberbürgermeister Jürgen Linden im Rahmen des Galadinners am Samstag im Krönungssaal des Rathauses mit dem Ehrenring in Gold ausgezeichnet - als erster in 150 Jahren Geschichte.

„Wegen seiner Verdienste für den Verein”, begründete AKV-Präsident Horst Wollgarten.

Und sicherlich auch, weil der OB es versteht, Reden aus wohlgemeintem Überschwang und vielen kleinen Seitenhieben zusammenzusetzen. Eine Fähigkeit, die er am Samstag im Krönungssaal einmal mehr unter Beweis stellte. Größer als die FDP sei die Gesellschaft mit den drei bunten Buchstaben, „ja, sogar größer als das Domkapitel.” Und überdies sei der AKV die „schönste, reichste, vornehmste und sogar bescheidenste” Gesellschaft in Aachen. Bei letzterem Superlativ war ein amüsiertes Raunen nicht zu überhören.

Zu falscher Bescheidenheit allerdings ließ sich der AKV bei seiner Geburtstagsgala nicht hinreißen. Schließlich, das stellte Präsident Horst Wollgarten völlig zutreffend fest, „werden so alt sonst nur Riesenschildkröten”.

Schon ein flüchtiger Blick ins Rund jedenfalls unterstrich die große gesellschaftliche Rolle, die der AKV im Dienste des Frohsinns spielt. Neben dem karnevalistischen Who´s Who van Oche ließen sich auch Polizeipräsident Klaus Oelze, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Regierungspräsident Hans Peter Lindlar sowie die Rivalen um das Oberbürgermeisteramt, Karl Schultheis (SPD) und Marcel Philipp (CDU) unter insgesamt rund 300 Gästen das kredenzte Fünf-Gänge-Menü munden.

Sehen und gesehen werden also. Vor allem aber gemeinsam lachen - beim AKV ist das auch außerhalb der Session die unumstößliche Leitlinie.

Dazu trug mit Jürgen Rüttgers ein weiterer Vertreter der Politprominenz bei. „Im Karneval, meine Damen und Herren, erfahre ich endlich, was Sie wirklich von mir halten”, analysierte der Ministerpräsident von NRW die fünfte Jahreszeit aus Sicht seines Berufsstandes. Und: „Im Karneval schunkelt man selbst mit Politikern.”

Damit das so bleibt, brach Rüttgers für den AKV gleich noch eine Lanze gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen - wegen der großen Bedeutung für die Zukunftsplanung des AKV ist die Fernsehübertragung der Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst” bekanntlich ein sensibles Thema. „Diese Ausstrahlung würde mir und vier Millionen weiteren Zuschauern sicherlich sehr fehlen.”

Die passende Antwort hatte Horst Wollgarten parat, der ein Grußwort von WDR-Direktorin Verena Kuhlenkampff verlas und beteuerte: „Die Gespräche verlaufen nicht gut, sondern sehr gut.”

Doppelter Weg

Wie der AKV seine Zukunft jenseits vom mit dem Fernsehen verbundenen Renommee angehen sollte, wusste Ehrenpräsident Georg Helg im Gespräch mit dem Aachener Journalisten Manfred Kutsch, Redakteur unserer Zeitung: „Wir müssen den doppelten Weg gehen: Modernisieren einerseits, aber nicht unser jetziges Publikum rauskehren, weil wir sagen, ihr seid uns zu alt.”
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