Tierischer Ernst: Senioren lassen AKV nicht im Stich

Von: Achim Kaiser
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Zufrieden mit der Quote: Die für die Sendung verantwortliche Redakteurin Katja Krüger blickt optimistisch in die TV-Zukunft der AKV-Ordensverleihung. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Von Quotentief ist beim WDR keine Rede. Im Gegenteil: „Wir sind mit der Sehbeteiligung bei der Ordensverleihung wider den tierischen Ernst zufrieden”, sagt die für die Sendung verantwortliche WDR-Redakteurin Katja Krüger. Auch der AKV teilt in einem Presseschreiben mit, dass er sich über den Zugewinn von 100.000 TV-Zuschauern „freut”.

4,21 Millionen überwiegend weit über 50-Jährige schalteten die von 215 auf 105 Fernsehminuten zusammengeschnittene Karnevalsshow des Aachener Karnevalsvereins (AKV) am Montagabend in der ARD ein. Sie bescherten dem Ersten einen Marktanteil von 12,1 Prozent, der damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent auf sein bisheriges Tief sank.

Bei den jüngeren Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren betrug der Marktanteil lediglich 2,1 Prozent, in Zahlen ausgedrückt: 290.000 Zuschauer. „Dass die jüngere Zielgruppe auf Karneval sehr verhalten reagiert, ist nichts Neues”, sagt Katja Krüger und verweist auf die Zuwächse im älteren Segment. Sie sorgen für den Altersdurchschnitt der AKV-Fernsehzuschauer: 69 Jahre.

„Maßstab sind für uns die absoluten Zuschauerzahlen. Im Vergleich zu 2009 ist die Sehbeteiligung um 100.000 Zuschauer gestiegen”, betont die WDR-Redakteurin. Vor allem im Osten habe die AKV-Sitzung enorme Zuwächse verzeichnen können, aber auch in Niedersachsen und Rheinland- Pfalz sei der Zuspruch größer gewesen. „Das ist genau unser Auftrag: bundesweites Interesse zu wecken.”

Kein Abstieg

Und so ist es für Katja Krüger auch gar keine Frage, dass die Ordensverleihung im kommenden Jahr in der ARD bleibt und nicht ins Dritte „absteigen” muss. Denn die auf dem gleichen Sendeplatz ausgestrahlte Serie „Geld.Macht.Liebe” sowie die zuletzt gesendeten Reportagen seien durchschnittlich nur auf 3,58 Millionen Zuschauer gekommen. „Da liegen wir mit der Ordensverleihung an Ministerpräsident Jürgen Rüttgers deutlich drüber”, unterstreicht Krüger.

Bei der jecken Ehrung des Air-Berlin-Chefs Joachim Hunold (2007) war die Quote erstmals unter die Fünf-Millionen-Marke auf 4,16 Millionen und der Marktanteil von 16,9 auf 13,8 Prozent gesackt. Obwohl sich die Zuschauerzahl ein Jahr später mit der Ordensritterin Gloria Fürstin von Thurn und Taxis erholte (4,41), sank der Marktanteil weiter auf 13,2 Prozent. Danach verlegte die ARD den Sendeplatz vom Wochenende auf den Montag.

Da soll er auch bleiben, denn das neue Konzept, ein Mix aus bundesweit bekannten Künstlern und Lokalgrößen sowie etwas mehr Wort- als Musikbeiträgen, habe sich durchaus bewährt, sagt Redakteurin Krüger und weist die Kritik, dass zu wenig Lokalkolorit in dem Zusammenschnitt übrig geblieben sei, zurück: „Es war doch viel aus Aachen dabei. Den Vorwurf kann ich nicht teilen.”

Auch der AKV merkt an, dass „alle medial geeigneten Teile eines Aachener Blocks in der Sitzung vertreten” waren.

„Luft nach oben”

Zweifelsohne sei noch „Luft nach oben” und gebe es „Sachen, die man anders machen kann”, meint Katja Krüger. Aber wie die Sitzung beziehungsweise die Fernsehfassung künftig genau strukturiert werde, sei abhängig vom nächsten Ordensritter.

Die Entwicklung der Sendung hin zu einer bunt gemixten Revue mit mehr Showcharakter und bundesweiten Promis weise in die richtige Richtung. Krüger: „Ich schaue optimistisch in die Zukunft, was die Ordensverleihung in der ARD betrifft.”
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