Prinzenfrage: Die Basis probt den Aufstand

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
stammtisch_bu
Die Öcher Tollität soll demnächst vom AAK eingesetzt werden. Das fordern 29 Karnevalsvereine. Dirk IV. Trampen (Bild) steht in der über 100-jährigen Tradition der der AKV-Prinzen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Soll der Aachener Prinz Karneval vom Ausschuss Aachener Karneval (AAK) ausgewählt werden? Diese Forderung stellen jedenfalls 29 Mitglieder des Stammtischs der Präsidentinnen, Präsidenten und Kommandanten. Bislang stellt stets der AKV den Prinzen.

„Wir erklären unsere hundertprozentige Loyalität zum Aachener Karnevalsprinzen Dirk IV. und zur Prinzengarde”, betonen die Karnevalisten, die sich am Montagabend getroffen hatten.

Sie ärgern sich darüber, dass Dirk IV. und die Prinzengarde komplett aus der TV-Aufzeichnung der AKV-Ordenssitzung gestrichen wurden. „Das kann man mit der Tollität nicht machen”, ist Norbert Mertens, Kommandant des KK Närrische Garde sauer auf den Nobelverein. Auch Eulenspiegel-Präsident Cornel Thevis findet es nicht gut, wie mit Prinz und Prinzengarde bei der Bearbeitung der Fernsehaufzeichnung umgegangen wurde. Ihren Antrag begründen die Stammtisch-Kommandanten und -Präsidenten damit, dass „der AKV sich offensichtlich in keinster Weise mit dem Aachener Karneval identifiziert”.

Thevis und Mertens kommen mit ihren 27 Kollegen nun zu dem Ergebnis, dass der AAK in der Lage sei, den Prinzen zu bestimmen. Das gehe in anderen Städten, allen voran in der Karnevalshochburg Köln mit ihrem Festkomitee, ja auch. Mit ihrer Forderung würden sie den Wünschen in der Aachener Bevölkerung nachkommen, behaupten die Damen und Herren vom Stammtisch. 26 Vereine der 29 anwesenden Klubs sind Mitglieder im AAK, der Rest will nicht oder hat die Aufnahme beantragt.

Hohe Feiertage

Obwohl sie die Hälfte der Mitglieder stellen, kommen sie gerade mal auf ein Drittel der Stimmen. Denn die Stimmrechte des Vereins sind nach Mitgliederstärke geregelt. Je 25 angefangene Mitglieder gibt´s eine Stimme in der Jahreshauptversammlung. Um den Vorschlag durchzusetzen, müssten sie also mindestens einen großen Verein, die Oecher Penn (470 Mitglieder) etwa oder die Stadtwache Öcher Börjerwehr (300) auf ihre Seite ziehen.

Aber die werden nicht mitziehen, genauso wenig wie die Prinzengarde. Prinzengarden-Kommandant Markus Bongers: „Ich begrüße, dass der Stammtisch hundertprozentig hinter Prinz Dirk und uns steht, aber die Prinzengarde distanziert sich von dieser Forderung.” Das ginge dann doch zu weit. „Wir müssen jetzt mal Ruhe einkehren lassen.”

Willi Schillings, der Kommandant der Öcher Börjerwehr, sieht jetzt alles „aus der Spur gehen”. Aachen stehe vor den „hohen Feiertagen”, die solle man jetzt feiern. „Gemeinsam mit Penn und Prinzengarde will die Börjerwehr jetzt mit dem AKV, dem Stammtisch und dem AAK reden”, bietet sich Börjerwehr-Kommandant Schillings als Vermittler an. Penn-Kommandant Jürgen Brammertz schlägt in die gleiche Kerbe. Auch er distanziert sich von der Forderung. Auch er würde gerne zwischen den kleinen Vereinen und dem AKV vermitteln, sagt der Chef des größten und ältesten Aachener Karnevalsvereins.

Gemeinsam mit Schillings und Bongers will er jetzt versuchen, wieder Frieden in den Fastelovvend zu bringen. „Lasst und doch Karneval feiern”, fordert er alle Öcher auf und besteht zu Recht darauf, dass bei den nächsten Veranstaltungen bis hin zum Rosenmontagszug nichts eskalieren darf. „Es kann nicht sein, dass Menschen Angst haben, am Umzug teilzunehmen.”

Der Antrag des Kommandanten-und Präsidentenstammtischs komme nicht zum günstigsten Zeitpunkt, bemerkt AAK-Präsident Wilm Lürken. „Wir entschieden nach der Session, auf jeden Fall nehmen wir mit dem AKV Kontakt auf”, verspricht der oberste Öcher Karnevalist. Er sagte aber auch: „Der AKV stellt den Prinz aus Gewohnheitsrecht.” Schriftlich sei das jedoch nirgendwo fixiert. Mit Blick auf den Rosenmontagszug bittet Lürken: „Die Zuschauer sollten möglichst keine Gegenstände auf den Zug zurückwerfen. Egal, ob der vorbeifahrende Verein mit A oder Z anfängt.”

AKV-Präsident Horst Wollgarten bezieht für den AKV klar Stellung: „Das ist ein Minderheitenvotum innerhalb des AAK, wir würden da schon um eine Qualifizierung dieser Meinung bitten. Der AKV stellt den Aachener Prinzen seit 123 Jahren und sieht das auch weiterhin als seine Aufgabe. Und zwar ohne Wenn und Aber.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert