Der neue AKV-Vorstand gibt jetzt Gas

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Der neue Elferrat des AKV mit seinen Beiräten und Geschäftsführern wird jetzt von Werner Pfeil (5.v.r.) geführt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der neue AKV-Chef hat gute Manieren. Als einziger begrüßte Werner Pfeil am Montagabend bei seiner Kandidatenvorstellung auch die anwesenden Damen, alle waren von den Medien. Nun ja, die anderen, die nur „meine Herren” sagten, kann man auch verstehen, der Aachener Karnevalsverein nimmt nämlich ausschließlich Männer in seine Reihen auf.

Für Pfeil ist es ein Anliegen, „mit den Kollegen der schreibenden Zunft gesprächiger umzugehen”. Leise bedauerte er, dass „einer meiner besten Freunde, Rolf Gerrards, nicht zweiter Vizepräsident werden kann, noch nicht”. Denn dazu müsste die zu alte Satzung des Vereins geändert werden, und dafür und für einen Beschluss über eine zu gründende Veranstaltungs-GmbH wird demnächst eigens eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen.

Rolf Gerrards soll im kommenden Jahr wesentliche Teile der Ordenssitzung moderieren. Die Prinzenproklamation soll der Elferratsneuling Wolfgang Hyrenbach leiten, teilte Pfeil den AKV-Mitgliedern mit.

Für den neuen Präsidenten ist auch klar, „dass der AKV in die Nähe der anderen Karnevalsvereine rücken muss”. Lackschuhkarneval, ja, aber alles zu seiner Zeit. Den Lackschuhkarneval zur Ordensverleihung, den würden die Menschen erwarten.

Klar strukturiert war die Vorstellung des Präsidentschaftskandidaten Werner Pfeil. Und auch etwas verhalten, ja geradezu fast schüchtern. Der Vorstellung folgte ein sehr gutes Wahlergebnis, zwei Drittel der 135 im Lenné-Pavillon anwesenden Mitglieder stimmten in geheimer Wahl für ihn.

Bald Vorstandsklausur

Pfeil und seine Mitstreiter im Elferrat und im Beirat haben nun eine Menge zu tun. „Zunächst müssen wir in kürzester Zeit eine Pressekonferenz mit unserem neuen Ordensritter, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, organisieren”, sagt Pfeil. Danach stünden noch Gespräche mit der Kimmich-Produktionsgesellschaft, die die Fernsehübertragung der Ordenssitzung produziert und auch mit den WDR-Gewaltigen. Der folge eine Vorstandsklausur. Und die außerordentliche Mitgliederversammlung müsse Anfang November auch über die Bühne gegangen sein, „damit im Falle der Zustimmung die neue Satzung Anfang des Jahres ins Vereinsregister und der Gesellschaftsvertrag der neuen AKV-Veranstaltungs-GmbH unter Dach und Fach ist”.

Obwohl die Punkte Satzungsänderung, Gründung der AKV-Veranstaltungs-GmbH und der damit verbundenen Wahl eines Aufsichtsrates vertagt worden waren, wollte es sich der scheidende AKV-Chef Horst Wollgarten dennoch nicht nehmen lassen, kurz Stellung zu beziehen. Den Beratungsbedarf der Senatoren kommentierte er selbstkritisch: „Es kann sein, dass der Elferrat Sie zu wenig mitgenommen hat”, ehe er eindeutig klarstellte, dass immer der Elferrat das Sagen habe, auch wenn eine Veranstaltungs-GmbH bestehe.

Der AKV müsse sich aber professionalisieren, bessere Vermarktungswerte seien nur durch eine GmbH zu erreichen, auch seien die Finanzierungsmöglichkeiten durch Kreditinstitute höher. „Die Gemeinnützigkeit des Vereins wird nie gefährdet sein”, beteuerte er. „Allerdings entscheiden Sie”, meinte Wollgarten zu den Mitgliedern. Der Verein - und somit die Mitglieder seien hundertprozentige Eigner der GmbH, das Sagen habe eindeutig der Vereinsvorstand (Elferrat) in dieser Konstellation. „Sie müssen sich aber entscheiden, ob alles so bleiben soll wie vor 150 Jahren oder ob wir moderner werden”, warb er schon vorab für die „Reformbestrebungen Satzungsänderung und GmbH-Gründung. Dabei sei es auch nicht relevant, dass seine Person als Aufsichtsratsvorsitzender gehandelt werde. „Bis zu außerordentlichen Sitzung betrachte ich das Ganze als erledigt.”

Abschied mit Champagner

Das hätte Hubert Crott nie erwartet: Als er zu seinem Abschied als Mitglied des Elferrats eine Flasche Champagner überreicht bekam, standen die Mitglieder auf und beklatschten den großen Mann des Öcher Fastelovvends und auch der Mundart minutenlang. Unvermeidlich standen dem Jüppchen aus dem Trio Josef, Jupp und Jüppchen Tränen der Rührung in den Augen. Dem AKV sagte er als Aktiver ade, der Bühne aber noch lange nicht.
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