Aachen - AKV: Einige Seitenhiebe dürfen schon sein

AKV: Einige Seitenhiebe dürfen schon sein

Von: Robert Esser
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Den Bogen bis in die Gegenwart gespannt: Im Krönungssaal des Rathauses dinierten 300 Gäste bei einer festlichen Gala. Vor dem Dessert gab´s Josef, Jupp und Jüppchen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ehe AKV-Präsident Horst Wollgarten dem Oberbürgermeister zärtlich den Goldenen Ring an den Finger steckte, hatte die Festgesellschaft schon stehend applaudiert. Ehrensache. Besiegelt wurde aber „nur” eine närrische Männerfreundschaft.

So musste Ordenskanzler Constantin Freiherr von Heereman im Rathaus auch nicht den Untergang des christlichen Abendlandes befürchten. Im Gegenteil. Genosse Linden servierte dem Aristokraten nebst handverlesener knapp 300-köpfiger Gästeschar bei der Festgala zum 150-jährigen Jubiläum des Aachener Karnevalsvereins wirklich keck wahrhaft Köstliches.

Da war das aus Mangel an Sponsoren abgesagte AKV-Volksfest längst vergessen. Und die grandiose Oldtimer-Rallye vom Nachmittag auf dem Markt war auch schon Geschichte.

Historisches brachte der Festredner im Krönungssaal trotzdem auf den Tisch: „In dieser einmaligen Stadt ist der AKV eine einmalige Erscheinung - älter als der Karlspreis oder das Reitturnier, berühmter als das Bahkauv oder die Klappergasse, größer als die FDP oder sogar das Domkapitel”, sagte Linden.

„Unter den Karnevalsvereinen ist er der Schönste, der Reichste, der Vornehmste, der Bescheidenste.” Zwischen Wildlachsrose, Chateaubriand und der Trilogie von Himbeeren ergänzte der OB die jecke Dreifaltigkeit: „Wer hier Elferrat ist, muss schon staatsmännisch sein, stadttragend und gesellschaftlich einflussreich sein, mindestens aber einen Smoking haben.” Und: „Bei manch einem Elferrat kommt dann der Humor von alleine.” Die Pointe saß auch ohne Tusch.

In ein anderes Horn blies Ministerpräsident Jürgen Rüttgers - inklusive Seitenhieb. Er beschwor den WDR, an der Übertragung der Festsitzung „Orden wider den tierischen Ernst” festzuhalten. Der AKV habe Spuren hinterlassen, lobte Rüttgers: in der Geschichte des Karnevals, der Stadt - „und in meinem Kleiderschrank”. Da hängt nämlich eine AKV-Narrenkappe, seitdem sich der Chef der Landesregierung einmal mit einer Kölner Mütze ins Eurogress verirrt hatte. Ehrensache. 1800 Karnevalsgesellschaften zähle NRW, eine Million Vereinsmitglieder.

Dabei nehme der AKV eine ganz herausragende Rolle ein. So rollte AKV-Präsident Wollgarten in seinem Grußwort zumindest nicht die Geschichte seit 1859 auf. Er schwor den AKV auf die Zukunft ein. Trotz schwächelnder Sponsorenzusagen und ausbaufähiger TV-Einschaltquote schreibe man an der Erfolgsstory weiter. Dazu gebe es neue Strategien und auch personelle Wechsel im Elferrat, hieß es.

Mit viel Beifall wurde das alles bedacht. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gratulierte, WDR-Unterhaltungschef Professor Axel Beyer lobte Aachens karnevalistisches Aushängeschild genauso wie TV-Legende Max Schautzer und Regierungspräsident Hans Peter Lindlar sowie die früheren Dompröpste Hans Müllejans und Dr. Herbert Hammans.

Ex-Präsident Dirk von Pezold sang ein swingendes Geburtstagsständchen, Ex-Präsident Georg Helg plauderte im Bühnen-Talk mit AZ-Redakteur Manfred Kutsch über frühere Hochzeiten. An die können sich auch Josef, Jupp und Jüppchen - seit vielen Jahren prominenteste Bühnengäste auf allen Jeckensitzungen - noch bestens erinnern. Schade nur, dass ihr Gala-Auftritt so gar nicht auf das große AKV-Jubiläum zugeschnitten war.

So sang Alice Esser noch einige Chansons und die Festgesellschaft das hohe Lied auf Hans und Roland Holland, deren „Elisenbrunnen Gastronomie und Catering” über fünf Stunden geniale Gaumenfreuden garantierte. Für die Brüder ist auch das Ehrensache.
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