Region - SWD Powervolleys Düren bilden auch mit neuem eine verschworene Einheit

SWD Powervolleys Düren bilden auch mit neuem eine verschworene Einheit

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
15900874.jpg
Eine starke Einheit: die SWD Powervolleys Düren. Foto: Powervolleys Foto: Powervolleys

Region. Eigentlich mussten sich die Verantwortlichen des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys Düren wie in einem falschen Film vorkommen. Irgendwie erinnerten die Ereignisse im Frühjahr 2017 an die Geschehnisse der ersten Monate des Jahres 2016. Wieder war ihnen der Trainer abhanden gekommen, dieses Mal aber einer, mit dem sie den Vertrag schon verlängert hatten. Wieder fingen sie bei Null an.

Sie mussten den dritten Trainer im dritten Jahr finden. Sie brauchten aber nicht lange zu suchen. Den Coach fanden sie in den eigenen Reihen: Stefan Falter, bis dato einige Jahre als Co-Trainer der Lieferant der wichtigen Informationen für die Männer an der Seitenlinie. Der Mann aus Schmidt könnte vom Alter her (1965 geboren) der Vater seiner beiden Vorgänger sein. Vollzogen die Powervolleys also eine Kehrtwende?

Zur Erinnerung: Der Sportliche Leiter Goswin Caro, Gesellschafter Erich Peterhoff und Geschäftsführer Rüdiger Hein beabsichtigten, den sportlichen Botschafter von Stadt und Kreis in eine neue Zeit zu führen. Das war 2015. Mit einem jungen Coach und seinem modernen Verständnis der Sportart wollten sie dem Volleyball in Düren neue Impulse verleihen. Doch die Zeit von Anton Brams, dem jüngsten Coach der Bundesliga, endete bekanntlich nach nur einer Spielzeit trotz des Einzugs in die Viertelfinals des Europapokals und der nationalen Meisterschaft. Brams schlug eine Vertragsverlängerung aus, setzte nach seiner ersten Saison als Cheftrainer lieber auf die Weiterentwicklung seiner Firma, die Softwareprogramme zur Sportanalyse entwirft.

Ein Programm zur Analyse brauchten die Macher der Powervolleys abseits des Spielfeldes nicht. Es war klar: Sie wollten den einmal eingeschlagenen Weg mit einem jungen Trainer fortsetzen. Den Blick richteten sie in den hohen Norden. In Finnland wurden sie fündig: Tommi Tiilikainen. Der 29-Jährige, in seiner Heimat mit drei Meisterschaften in vier Jahren bereits ein erfolgreicher Trainer, überzeugte die Dürener und stand direkt vor einem Berg von Problemen. Die Zeiten, in denen junge deutsche Spieler wie Malte Holschen oder Till Lieber Anfang der 2000er Jahre zu Gesichtern des Dürener Volleyballs wurden und zu Nationalspielern heranreiften, gehören der Vergangenheit an, weil Klubs wie der VfB Friedrichshafen über bedeutend mehr finanzielle Argumente verfügen.

Tiilikainen setzte auf Spieler, die bereit waren, Neues zu lernen, deren Charakter darauf ausgelegt war, immer das Maximale aus sich herauszuholen. Sein Motto: „Wir bereiten uns jeden Tag darauf vor, das Finale zu spielen.“ Er erreichte zwar das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, dann aber war Schluss: Kurz nach der Vertragsverlängerung flatterte Tiilikainen ein Angebot aus Japan auf den Tisch. Nach Gesprächen ließen die Rheinländer ihn ziehen und statteten Stefan Falter mit dem Trainervertrag aus. Eine Kehrtwende?

Nein. Dass die Powervolleys das schnellste Angriffsspiel der Bundesliga aufzogen, Block und Abwehr als Gummiwand dem Gegner das Fürchten lehrten, ist auch ein Verdienst von Falter, der als loyaler Co-Trainer seine Volleyball-Ideen mit in die funktionierende Teamarbeit einbrachte. Außerdem arbeitete Falter schon vor 13 Jahren wie die jungen Trainer heute: „Analyse war mir schon immer wichtig.“ Mit einem Informatiker hatte er die Programme entwickelt.

Der Schlüssel zum Erfolg

Doch der Coach setzt keinesfalls auf Statistik alleine: „Ich bin ein Teamplayer“, betont er. Falter will, dass seine Spieler ihre Überlegungen mit einbringen: „Es geht doch darum, das Optimale für den Erfolg einer Mannschaft herauszuholen.“ Und das geht auch nur mit Vertrauen zueinander: „Wir haben ein Team mit vielen Gegensätzen. Der eine braucht einen Plan im Spiel, der andere blüht im Chaos mit seiner Improvisationskunst so richtig auf.“ Wichtig sei, dass jeder dem anderen vertraue, ihm zutraue, eine Lösung in petto zu haben. „Das ist der Schlüssel zum Erfolg. So entsteht eine Einheit, die zu einer stabilen Leistung führt“, beschreibt Falter den Prozess. Er dürfte noch nicht zu Ende sein.

Die Siegerin unseres Gewinnspiels im Rahmen der Sportlerwahl ist Marlies Fuchs aus Düren-Lendersdorf. Sie hat zwei Übernachtungen für zwei Personen im Ferienhotel Stockhausen im Sauerland gewonnen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert