Samuel Schürmann: Aachen markiert einen Wendepunkt

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Samuel Schürmann: Aachen markiert einen Wendepunkt

Von: Eckhard Hoog
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Fühlt sich mit Aachen tief verbunden: der Sänger Samuel Schürmann. Foto: Markus Wimmer
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Musik, Konzert: Portraet Samuel Schuermann. Foto: Lutz Jaekel

„Die Leute hier denken, ich komme aus Aachen“, sagt Samuel Schürmann. „In Aachen ist so viel passiert mit mir...“ – „Hier“, das ist im Moment Pforzheim. Hier probt der Schauspieler und Sänger gerade das Stück „My Way. Die wahre Geschichte von Frank Sinatra und Ava Gardner“.

Ein Abend mit Frankieboys größten Hits, die abwechseln mit heftigen Szenen einer dramatischen Ehegeschichte. Schürmann spielt Sinatra – eine Rolle wie auf den Leib geschrieben für diesen leidenschaftlichen Theatermenschen, der seit seinem 18. Lebensjahr auf der Bühne steht. Parallel zum Frankieboy-Engagement, also zur gleichen Zeit, nur etwas versetzt, spielt er auch noch den Cole Porter – in Mannheim, im Nationaltheater. „Wake up and dream“ heißt das Stück – eine Cole-Porter-Revue. Schürmann pendelt zwischen Pforzheim und Mannheim und auch zwischen Gesang und Schauspiel hin und her. „Beides macht viel Spaß, weil es sich gut ergänzt. Einmal spiele ich den Mann, der die ganzen Hits geschrieben hat, dann denjenigen, der sie gesungen hat“, erklärt Schürmann – vergnügt über solch eine glückliche Fügung in seiner Karriere.

Allerdings: Aachen war und ist in der Laufbahn des in Berlin lebenden Künstlers ein entscheidender Wendepunkt – und der kam mit dem völlig überraschenden Angebot Ende 2012, am Grenzlandtheater die Rolle der Zaza im Musical „La Cage Aux Folles“ zu übernehmen. Und genau das ist letztlich auch einer der Gründe, weshalb Samuel Schürmann am 13. Januar 2016 bei unserer Gala „Menschen 2015“ in der Mercedes-Benz-Niederlassung Aachen auftreten wird. Vor allem aber auf Grund seines herausragenden Könnens und Talents, den Abend mit seinem musikalischen Beitrag zu krönen.

„Etwas sehr Schönes hat sich aus ‚La Cage Aux Folles‘ ergeben“, sagt Schürmann. Er meint damit nicht nur die gemeinsamen Konzerte mit dem Aachener Saxofonisten Heribert Leuchter und die zwei ebenfalls gemeinsam produzierten CDs, „Both Sides Now“ und „The Singer“, sondern auch die intensive Freundschaft zu dem Aachener Musiker und seiner Band, die sich aus der Begegnung entwickelt hat. Sie entstand nach dem Aachener Engagement Schürmanns aus einem Kennenlernen und gemeinsamen Auftritt mit Heribert Leuchter auf der Jazzbühne des Theaters. Grenzlandtheater-Intendant Uwe Brandt ist er besonders dankbar, der das alles in die Wege geleitet hatte.

Der Wendepunkt in seiner Karriere – beruflich wie persönlich ein nachhaltiges Ereignis in Schürmanns Leben. Und es ist anrührend, wie er beschreibt, dass er zu jener Zeit 2012 den Beruf vorübergehend vollständig an den Nagel gehängt hatte, um den kranken Vater zu pflegen. Zwei Schlaganfälle hatte der frühere Opernsänger erlitten, ehe er 2012 starb.

„Schon sehr intensiv“

Schürmann berührt es noch heute, wie aus heiterem Himmel von Regisseur Ulrich Wiggers, den er aus Berlin kannte, das Zaza-Angebot hereinschneite und er bereits bei den Proben den unmittelbaren Bezug dieser Rolle zu seinem Leben erkannte. „Allein den Hauptsong ‚Ich bin, was ich bin‘ zu singen, nach einer Phase, in der man so sehr mit den Schwierigkeiten im Leben zu kämpfen hatte und gar nicht mehr auf die Bühne gegangen war, dann wieder rauszugehen, sich wieder hinzustellen und zu sagen, ja, so bin ich, entweder man mag mich, oder man mag mich nicht – das war schon sehr intensiv.“

Der Kurt-Sieder-Preis am Grenzlandtheater gab nach der phänomenalen Leistung in „La Cage Aux Folles“ noch mal einen richtigen Schub auch für die Zusammenarbeit mit Heribert Leuchter. Da hatten sich zwei gefunden für ihre gemeinsame Leidenschaft: vor allem Jazz, aber auch Swing, Filmmusik und eine gediegene Auswahl von Songs aus den 60er und 70er Jahren.

Samuel Schürmann outet sich gern als musikalischer Romantiker: „Das sind alles Lieder, die noch sehr, sehr poetisch geschrieben wurden, wo der Text noch mit der Musik verzahnt war, wo man sich noch getraut hat, romantische Melodien zu schreiben. Manches davon ist in Vergessenheit geraten, was wir jetzt in einem ganz neuen Gewand wieder erstrahlen lassen.“ Zwei, drei Nummern sind bei der „Menschen“-Gala unserer Zeitung geplant. „Etwas von unseren Platten werden wir bringen, vielleicht auch vom Frank-Sinatra-Programm. Und mit etwas ganz Neuem werden wir das Publikum sicher auch überraschen.“

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