Geschafft! Triathlet Thomas Schulte hat sein Ziel Hawaii erreicht

Von: Wilhelm Peters
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Triathlet Thomas Schulte hat sein Ziel Hawaii erreicht. Von der Langdistanz hat er nun genug.

Region. Er hinterlässt im Gespräch einen unaufgeregten, ausgeglichenen Eindruck. Einen Eindruck, der so umschrieben werden kann: Ich bin ehrgeizig, aber mit mir im Reinen. Thomas Schulte, der Triathlet des DLC Aachen, den unsere Leserinnen und Leser zum Sportler des Jahres gewählt haben, sagt: „Ich lege sehr großen Wert darauf, auch andere Lebensbereiche nicht zu vernachlässigen“.

Damit meint er zum Beispiel Freundschaften. Und er betont: „Ich lebe sehr bewusst, will nicht nur Triathlon haben.“

Wenn er im Januar 30 wird, ist die Sport-Periode der Altersklasse 25 bis 29 Jahren vorbei. Gemächlicher soll es im „neuen Lebensabschnitt“ als Athlet nicht werden. Künftig macht er vielmehr das, wo er ohnehin seine Prioritäten als Sportler sieht: die Kurz- und die olympische Distanz. Das sind die Entfernungen, die in der 2. Bundesliga der Triathleten die Welt bedeuten. In Zahlen: Die olympischen Strecken betragen 1,5 Kilometer weit schwimmen, 40 Kilometer in die Pedale treten und zehn Kilometer laufen.

Die Langdistanz liegt gerade hinter Thomas Schulte, die schwerste, spektakulärste und berühmteste. Er hat sich zusammen mit zwei weiteren Athleten und drei Athletinnen aus der Region den Traum von der „road to Kona“ 2014 erfüllt, den Hawaii-Triathon gelebt, erlebt und geschafft. 3,8 Kilometer Hauen und „Messerstechen“ im Wasser (1:00:44 Stunden), 180 Kilometer Schmerzen auf dem Rennrad 5:00:50) und 42,196 Kilometer in den Laufschuhen (3:27:20).

Am Ende dieser 9:35:15 Stunden bedeutete dies Gesamtplatz 167 und Rang 21 seiner Altersklasse. „Es hat riesig Spaß gemacht“, sagt Schulte. „Aber Blut geleckt habe ich nicht. Ich werde keine Langdistanz mehr in Angriff nehmen, weil mein Ziel Hawaii erreicht ist. Der Aufwand war extrem.“

Also lieber kurz und olympisch als lang, heftig und extrem? „Ja“, ist die kurze Ansage, „so sehe ich das. Ich bin sehr gerne mit dem DLC-Team in der 2. Bundesliga unterwegs“. Hawaii – das habe ich nun einmal gehabt.“ Hört sich weniger ehrgeizig an, macht aber bei der Vorgeschichte Sinn. 2013 wollte sich Thomas Schulte, der beim DLC Aachen vier Männer-Teams in der Landes-, Verbands-, NRW- und 2. Bundesliga sowie zwei Frauen-Mannschaften in der NRW- und 2. Bundesliga als sportlicher Leiter betreut, unbedingt für den Ironman auf Hawaii qualifizieren. Er scheiterte.

Kann man das so sagen, er scheiterte? Besser vielleicht: Schulte schrammte an der Qualifikation um Millimeter vorbei, verpasste sie um Sekunden. „Meine Zeit damals hätte normalerweise immer gereicht. Aber meine Altersklasse war in der Qualifikation 2013 in Frankfurt so stark besetzt, dass ich zu Hause bleiben musste.“ Dazu die Zahlen: 8:59 Stunden brauchte jener Konkurrent vor Schulte, der das Ticket nach Kona löste. Schultes Zeit damals: 9:01:58. Zwei Minuten und 58 Sekunden fehlten.

„Meine Zeit“, und da lacht Schulte heute drüber, „meine Zeit war die beste Zeit aller nicht qualifizierter Europäer.“ Da war es durchaus und letztlich eine Entschädigung, dass der 29-Jährige mit dem DLC Aachen in demselben Jahr in die 2. Bundesliga aufstieg, nachdem seit 2008 der Durchmarsch von der Landesliga in die zweithöchste deutsche Triathlon-Klasse gelungen war, in der er auch mit seinen Mannschaftskollegen 2015 unterwegs ist.

Der Diplom-Ingenieur (Maschinenbau) und Diplom-Wirtschafts-Ingenieur (Wirtschaftswissenschaften) ist als Projektleiter Windkraft eines Aachener Unternehmens aus der Energiebranche tätig. Die Frankfurter Qualifikations-Tortur 2014 für Hawaii überstand er in wenigen Sekunden über neun Stunden, „opferte“ seinen Urlaub für die Vorbereitung auf Hawaii. „Der Urlaub war weg“. Das aber ließ sich insofern verschmerzen, als dass auch seine Freundin Nora Honke Triathletin ist und im DLC-Zweitliga-Team startet. Und: Auch sie hatte sich für Hawaii qualifiziert. „Ein Vorteil“, sagt Schulte, „das macht die Sache auch privat natürlich viel leichter.“

Und wenn Schulte, der gebürtige Sauerländer aus Attendorn, der in Aachen seine Heimat gefunden hat, mit seinen Kollegen beim DLC 2015 wieder in der 2. Bundesliga seine Liestung abruft, dann denkt er sicher das eine oder andere Mal an Kona und den Ironman zurück: „Hawaii war eine Zugabe, ich wollte das Rennen einmal erleben, das ich zuvor nur aus dem Fernsehen kannte. Genug schinden muss man sich sowieso. Auch auf der Kurz- und olympischen Distanz. Aber darauf freue ich mich im neuen Jahr wieder.“

Warum, verrät er auch: „Es ist sehr schön, dass sich beim DLC eine so große und harmonische Gemeinschaft gebildet hat.“ Zu der auch er und Lebensgefährtin Nora Honke gehören, die nun den Traum Hawaii gelebt haben. Und Harmonie – die ist durchaus erstrebenswert.

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