Aachen - Wissenschaftler Florian Merget: Was ist eigentlich Licht?

Wissenschaftler Florian Merget: Was ist eigentlich Licht?

Von: Christina Diels
Letzte Aktualisierung:
8425685.jpg
Mitgefilmt und mitgeschrieben in der Kinderuni im größten Hörsaal der Aachener Uni: Diese beiden Mädchen halten gestern den Vortrag zum Thema „Licht“ von Florian Merget auf verschiedene Weise fest. Foto: Michael Jaspers
8425698.jpg
Experte für Licht: Florian Merget hat Elektrotechnik studiert und forscht jetzt als Wissenschaftler am Lehr- und Forschungsgebiet für Integrierte Photonik der RWTH.

Aachen. Wenn die Sonne untergeht, erleuchten in den Städten die Straßenlaternen. In den Zimmern knipsen die Menschen die Lampen an. Im Auto schalten sie die Scheinwerfer ein. Bei der Nachtwanderung im tiefen Wald holen sie die Taschenlampe heraus, damit es hell wird. Doch was ist eigentlich Licht?

Warum brauchen Menschen Licht zum Leben? Und weshalb erscheint das Sonnenlicht abends rötlich? Antworten auf all diese Fragen gibt Wissenschaftler Florian Merget (36) vor der Kinderuni im Interview. Er ist Wissenschaftler am Lehr- und Forschungsgebiet für Integrierte Photonik an der RWTH Aachen von Professor Jeremy Witzens.

Licht macht hell. Licht kann man aber nicht anfassen. Was ist eigentlich Licht, Herr Merget?

Merget: Das ist wohl direkt die schwierigste Frage, die man zum Thema Licht stellen kann. Die Antwort ist nämlich: Licht ist zwei verschiedene Dinge und zwar gleichzeitig. Zum einen besteht Licht aus ganz kleinen Teilchen, sogenannten Photonen. Diese Lichtteilchen kann man nicht greifen, da sie so winzig sind. Zum anderen ist Licht eine sogenannte elektromagnetische Welle.

Und wie sehen diese elektromagnetischen Wellen aus?

Merget: Diese Wellen kann man sich so ähnlich wie Wasserwellen vorstellen, nur dass es eben kein Wasser gibt, sondern ein elektrisches und ein magnetisches Feld, das in Wellenform schwingt. Je nachdem, welches Phänomen man untersuchen möchte, passt mal die eine mal die andere Beschreibung besser. Lichtquellen, die jeder kennt, sind zum Beispiel eine Kerze, die Sonne oder eine Glühbirne.

Können Sie Licht machen?

Merget: Jeder Mensch erzeugt Licht. Denn das elektromagnetische Spektrum umfasst auch Wärmestrahlen. Und jeder Mensch strahlt Wärme aus.

Warum brauchen Menschen Licht zum Leben?

Merget: Indirekt brauchen Menschen Licht, weil Pflanzen Licht zum Wachsen brauchen. Und ohne Pflanzen gäbe es keinen Sauerstoff und keine Nahrung und damit auch keine Menschen. Aber auch direkt brauchen Menschen Licht fürs Wohlbefinden. Kein Mensch möchte eine Woche in einem Zimmer ohne Licht verbringen.

Warum erscheint das Sonnenlicht abends und morgens oft rötlich?

Merget: Das liegt an der Lichtbrechung im Himmel und dem unterschiedlichen Winkel der Sonne zur Erde. Sonnenlicht besteht aus vielen Farben und nur die Mischung aller Farben lässt die Sonne weiß erscheinen. Wenn ich am Tag auf der Erde stehe, sehe ich alle Farbanteile und die Sonne erscheint weiß. Am Abend dagegen steht die Sonne in einem schrägen Winkel zur Erde. Dann muss das Licht eine längere Strecke durch die Atmosphäre zur Erde zurücklegen und dabei wird der blaue Anteil am Licht kleiner, man sieht nur noch rotes Licht. Denn der blaue Anteil des Lichts wird stärker gebrochen als der rote Anteil.

Gibt es überhaupt noch Geheimnisse zum Thema Licht, die Sie als Forscher lüften könnten?

Merget: Nein, insbesondere für mich als Ingenieur ist das Phänomen Licht ausreichend bekannt. Die Forscher interessiert eher, wie man Licht benutzen kann. Ich forsche zum Beispiel daran, wie man Licht in sehr kleinem Maßstab, nämlich auf einem Computerchip, erzeugen und verwenden kann. Und ich beschäftige mich damit, wie man Licht möglichst schnell an- und ausschalten kann. Mit den Zuständen „Licht an“ und „Licht aus“ kann man nämlich Informationen codieren und große Datenmengen übertragen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert