Vorlesung der Kinderuni: Die Sache mit dem Feuerwerk im Kopf

Von: km
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„Merkt euch, so viel ihr könnt“: Der Professor stellt Aufgaben, die Kinderuni-Teilnehmer antworten.

Aachen. „Gibt es mehr Menschen auf der Welt oder mehr Nervenzellen im Gehirn?“ Schon die Eingangsfrage von Psychologie-Professor Siegfried Gauggel bringt die rund 700 Kinder, die am Freitag bei der Kinderuni-Vorlesung waren, ins Grübeln.

Auch Jule Breuer (10) und Kristin Dassen (10) aus Eschweiler sind in den großen Hörsaal der RWTH, das Audimax, gekommen, um etwas über das Gedächtnis zu lernen. Sie besuchen schon das zweite Semester der Veranstaltungsreihe, die regelmäßig zu verschiedenen Themen von der Aachener Uni und unserer Zeitung organisiert wird. Um den Teilnehmern zu demonstrieren, was das Gehirn so alles kann, stellt Gauggel kleine Aufgaben. Die erste lautet: „Merkt euch so viele der abgebildeten Gegenstände wie ihr könnt.“ Jule macht das sehr geschickt. „Das hat alles etwas mit dem Badezimmer zu tun“, stellt sie fest. „Also muss ich mir nur merken, was man da so alles finden kann.“

Welche Strategien gibt es, damit man sich Sachen besser merken kann? Denn bevor man sich solche Lerntricks überlegen kann, muss man eigentlich erstmal wissen, wie das mit dem Lernen überhaupt funktioniert. Zuerst wird etwas wahrgenommen, erklärt Gauggel – mit den Augen oder mit den Ohren. Dabei sortiert das Gehirn schon vor, in Dinge und Situationen, die es schon kennt und solche, die es nicht kennt. Deshalb erkennen manche der Kinder im Hörsaal auf dem Bild, das er vorne zeigt, eine alte Frau und manche eine junge Frau.

Und wie geht es im Gehirn danach weiter? „Wie viele Kinder sind noch im Bus, wenn an der ersten Haltestelle fünf einsteigen, an der nächsten zwei aussteigen und dann noch mal zehn einsteigen?“, fragt Gauggel. „13“, rufen alle im Chor. Dafür, dass man sich das Zwischenergebnis jedes Mal merken kann, sei das Arbeitsgedächtnis zuständig, erklärt er. Das sei sozusagen der Zwischenspeicher. Und wenn etwas so wichtig ist, dass man es ganz oft wiederholt oder es mit Gefühlen und Handlungen verknüpft, dann lande die Information sogar im Langzeitgedächtnis. Radfahren zum Beispiel verlerne man nicht mehr so schnell, wenn man‘s einmal kann.

Zum Schluss kommt noch der Test, wie gut alle mitgemacht und mitgedacht haben: „Wie viele Gegenstände von vorhin könnt ihr noch aufzählen?“ Jule kommt mit ihrem Trick auf über die Hälfte – mehr als Kristin sich merken konnte. Und sie weiß jetzt auch, dass es mehr Nervenzellen im Gehirn gibt, als Menschen auf der Welt. Das wird keiner der Teilnehmer so bald vergessen.

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