Die drei Philosophien des Schutzes vor Hochwasser

Von: xen
Letzte Aktualisierung:
14621897.jpg
Gut vorbereitete Zuhörer: ein paar der vielen Teilnehmer an der Kinderuni. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Die Autos sind aber komisch abgestellt“, wunderte sich Holger Schüttrumpf über ein Foto. Übereinander gestapelt und zudem ziemlich verbeult hatten die Wagen ihren Platz in einer Straße einer italienischen Stadt gefunden. Doch nicht Menschen haben ihre Vehikel so geparkt, eine Sturzflut war die Ursache.

Die Teilnehmer der zweiten Vorlesung der Kinder-Uni in diesem ersten Halbjahr staunten am Freitag nicht schlecht, was Hochwasser verursachen kann. Gemeinsam mit dem Leiter des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft der RWTH Aachen gingen sie auf Forschungsreise in Sachen Hochwasser.

Trotz ergiebigen Regens am Vorlesungstag gehört Aachen nicht gerade zu den hochwassergefährdeten Gebieten in Deutschland. Und doch erwiesen sich die Mini-Studenten als Hochwasserexperten. „Wodurch entsteht Hochwasser?“, fragte Schüttrumpf. „Regen, Sturzflut, Sturmflut“ – die Arme flogen in die Luft. Selbst die Gletscherschmelze wussten die Kinder zu benennen. Anschließend machte er seine Zuhörer mit den drei Philosophien des Hochwasserschutzes vertraut: weichen, anpassen, schützen.

Gerade für den Bereich „Schützen“ konnte Schüttrumpf beeindrucken. Denn wer hätte gedacht, dass auch Aachen über einen Deich verfügt? „Den haben wir in der großen Versuchshalle unseres Instituts aufgebaut und testen dort, was Deiche noch sicherer macht“, erklärte der Professor.

Bei aller hochwissenschaftlichen Forschung gab Schüttrumpf den Kindern etwas einfaches mit auf den Weg: „Hochwasserschutz muss nicht kompliziert sein.“ In Venedig werden Sitzbänke zu Gehwegen, wenn das Wasser über die Kanalmauern tritt, am Rhein werden Waschmaschinen auf Tische gestellt, wenn das Wasser in die Häuser fließt. „Wichtig ist vor allem, informiert zu sein“, sagte Schüttrumpf.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert