Region - Wieder Hunderttausende von Jecken im Rheinland auf den Beinen

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Wieder Hunderttausende von Jecken im Rheinland auf den Beinen

Von: red/dpa
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Mit fantasievollen Kostümen machten Hunderttausende von Närrinnen und Narren am Sonntag wieder die Straßen im Rheinland unsicher, wie hier in Köln. Foto: dpa
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An den „Schull- un Veedelszöch” nehmen in diesem Jahr 50 Kölner Schulen und 48 Karnevalsvereine aus Köln und Umgebung teil. Foto: dpa
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Alle Hände voll zu tun hatte der Aachener Kinderprinz Julius I. am Sonntag - und zwar mit dem Werfen von Kamelle.

Region. Die Jecken sind los! Am Sonntag marschierten überall in der Region die Karnevalisten durch die Straßen. In Aachen zog der Kinderzug durch die Innenstadt, in Köln liefen die „Schull- un Veedelszöch” in den Vierteln. Hunderttausende von Zuschauern säumten die Straßen und jubelten den Kostümierten zu.

Rund 60.000 Aachener waren dabei, als der Märchenprinz Julius I. am Sonntag am Ende des Kinderzuges durch sein närrisches Reich fuhr. Bei größtenteils trockenem, aber eiskalten Wetter herrschte an der Route des Zuges durch die Innenstadt ausgelassene Stimmung. 

In Köln setzten sich die ersten großen Karnevalszüge am Sonntag mit wenigen Minuten Verspätung in Bewegung. An den „Schull- un Veedelszöch” nahmen in diesem Jahr 50 Kölner Schulen und 48 Karnevalsvereine aus Köln und Umgebung teil.

Mehr als 8500 Jecken zogen bei dem traditionellen Karnevalszug durch die Innenstadt und präsentieren ihre fantasievollen Kostüme. Die Teilnehmer haben ihre Kostüme oft monatelang selbst geschneidert und gebastelt. Trotz Regenwetters rechnete der Veranstalter über den Tag verteilt mit Hunderttausenden Schaulustigen.

„Die Stimmung war trotz des schlechten Wetters fröhlich und ausgelassen”, sagte Zugleiter Wilhelm Stoffels am Sonntagnachmittag. „Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden.” Auch Cecilia (39) aus Argentinien und ihre Tochter Paula (6) waren mit dabei – und feuerten besonders die jüngsten Teilnehmer zum Durchhalten an: „Wir finden es toll, dass so viele Kinder mitgehen. Das gibt dem Zug etwas ganz Besonderes.”

Wer auf reichlich Kamelle hoffte, wurde jedoch enttäuscht: „Bei uns stehen auf jeden Fall die Kostüme und die Kreativität im Fokus”, sagte Stoffels. Alle Teilnehmer haben ihre Kostüme meist monatelang selbst geschneidert und gebastelt. Viele Gruppen, vor allem die Schulen, haben laut Stoffels nur ein sehr kleines Budget und verzichten daher auf Wurfmaterial.

Rund 1200 Polizisten sorgten für die Sicherheit der Besucher und der Zugteilnehmer. „Der Umzug ist entspannt geblieben”, äußerte sich ein Polizeisprecher am Sonntagnachmittag.

Die „Schull- un Veedelszöch”

„Schull- un Veedelszöch” ist Kölsch und heißt übersetzt Schul- und Viertelszüge. Es handelt sich dabei um einen Karnevalsumzug, der immer am Karnevalssonntag stattfindet und als der ursprünglichste in Köln gilt. Die Geschichte der „Schull- un Veedelszöch” reicht bis ins Mittelalter zurück.

Damals machten sich Gesellen aus Handwerksbetrieben über ihren mühseligen Alltag lustig. Heute laufen vor allem Schüler mit und greifen Themen auf, die mit ihrem Alltag zu tun haben. Alle tragen selbst gemachte Verkleidungen - ein gekauftes Kostüm anzuziehen, ist undenkbar.

Die Vorbereitungen beginnen schon im Sommer. Es gibt immer viel mehr Schüler und auch Eltern, die im Zug mitlaufen wollen, als freie Plätze. Dabei hat die Teilnahme einen großen Nachteil: Man kann die ganze Zeit nicht zur Toilette gehen. Die Teilnehmer werden von den Besuchern am Straßenrand die ganze Zeit über angefeuert. Dadurch wird es für die meisten zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die „Schull- un Veedelszöch” gelten außerdem als Generalprobe für den Kölner Rosenmontagszug - dem Höhepunkt der Karnevalssession - da die Zugwege identisch sind.

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