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Wenn die Strohpuppe durch die Luft fliegt

Von: ma.ho.
Letzte Aktualisierung:
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Auf drei geht es hoch hinaus: Die Brüder am Tuch machen sich bereit, um den Lazarus durch die Luft fliegen zu lassen. Die Besengruppe wartet im Hintergrund auf ihren Einsatz. Foto: Horrig

Jülich. Auch in dieser Session wollten die Lazarusbrüder auf alten Pfaden wandeln, genauer gesagt den „alten Wirtschaftswanderweg” beschreiten. Folglich starteten die Lazarus-Brüder trotz der Kälte gemäß dem Motto „On wenn et jet, durch dünn on deck, er witt jepreck”. Man wählte Lich-Steinstraß als Startpunkt, allein schon weil der diesjährige Pattühm Richard Wolff „dort oben” beheimatet ist.

Erst jepreckt, später begraben

Vor der Gaststätte Maiblömche wurde der Jong dann offiziell ausgeworfen. An markanten Stellen und Ecken ließen die Mitglieder der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus Jülich den Jong fliegen oder kurz gesagt: es wurde jepreckt. Hierbei nahmen die Brüder Ereignisse, Personen oder Begebenheiten mit spöttischen Versen so richtig auf die Schippe. Missstände wurden angeprangert, was der Volksseele gut tat. Stationen, an denen der Jong gepreckt wurde, waren unter anderem auch das Krankenhaus, die Wohnanlage „Am Wallgraben”, die Polizei oder die Sparkasse.

Der morgendliche Festzug endete mit einer Mittagspause im Glashaus der Brückenkopf-Parks Jülich, wo Deftiges und Kräftiges auf die Lazarusbrüder warteten. Gut gespeist und ausgeruht ging es mit Verstärkung durch Vorreiter und Kutsche. Beim Empfang des Bürgermeisters am Alten Rathaus versammelten sich zahlreiche Schaulustige, um mit den Brüdern zu tanzen und zu singen. Dort hatten sich die Jülicher bereits in beste Schunkellaune gebracht.

Im letzten Einzugslokal wurde die Strohmanuspuppe entkleidet. Von hier aus zieht die Gesellschaft am Dienstagabend zur „Ruchlinskibrücke”, von der Lazarus-Gesellschaft auch „gute Hoffnungsbrücke” genannt. Unter großer Trauer und Gejammer findet dort im Goldregen das Begräbnis des Lazarus Strohmanus in der Rur statt. Mit einem „Jod Preck” wirft man der Jong in sein feuchtes Grab. Bevor die Lazarusbrüder mit der Bevölkerung zum Glashaus des Brückenkopf-Parks einziehen, wird noch das traditionelle Höhenfeuerwerk abgebrannt.

Rund 400 Karnevalsfreunde verfolgten bei strahlendem Sonnenschein das Precken des Lazarus Strohmanus am Alten Rathaus. Die Kindergruppe der Lazarus-Gesellschaft bildete die Vorhut auf die Tuch- und Besengruppe, die den „Jong” dreimal preckte, nachdem Bürgermeister Heinrich Stommel dem Präsident der Gesellschaft Heinrich Ningelgen den symbolischen Schlüssel überreicht hatte.

Traditionelles Hexenturmlied

Ningelgen meinte, dass Petrus ein Gründungsmitglied der Historischen Gesellschaft gewesen sei. Denn nur so könne man sich das schöne Wetter erklären. Mit dem traditionellen Hexenturmlied verabschiedeten sich die Lazarusbrüder und zogen weiter.
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