Trotz hoher Auflagen: Narrenzug nicht ungefährlich

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Tausende stehen beim Dürener Karnevalszug an den Straßen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind im Vorfeld immer ein Thema - nicht erst seit dem Unglück auf der Love Parade vergangenes Jahr. Foto: Ingo Latotzki

Düren. „In den letzten vier Wochen vor Orchideensonntag sind wir mit kaum etwas anderem als dem Dürener Karnevalszug beschäftigt.” Das heißt, Karl-Heinz Adels, Leiter des Dürener Ordnungsamtes, und seine Mitarbeiter sind gerade mittendrin in den Vorbereitungen für den großen Umzug am Sonntag, 6. März.

54 Fußgruppen und Wagen sind beim Dürener Karnevalszug mit dabei, das erfordert akribische Vorbereitungen. In Mühlheim im Ruhrgebiet ist der Kinderkarnevalszug in diesem Jahr abgesagt worden, weil die Stadtverwaltung die Auflagen erhöht hatte.

Und auch das Düsseldorfer Ordnungsamt hatte in Folge des Unglücks bei der Loveparade im vergangenen Jahr verschärfte Sicherheitsvorkehrungen für den Rosenmontagszug erlassen.

Das ist in Düren nicht der Fall. Karl-Heinz Adels: „Wir hatten immer sehr hohe Auflagen für den Karnevalszug.” Der Leiter des Ordnungsamtes zählt auf: „Die Fahrzeuge brauchen alle ein TÜV-Siegel, müssen zugelassen und versichert sein, an nicht verkleideten Rädern der Fahrzeuge müssen Männer oder Frauen für Sicherheit sorgen. Das sind die so genannten Wagenengel.”

Karl-Heinz Adels arbeitet derzeit an einem Sicherheitskonzept für den Dürener Karnevalszug. „Enge Kurvenbereiche sind kritisch. Wir gehen den Zugweg ganz genau ab und kontrollieren, wo in Düren solche Gefahrenpunkte sind.”

Jürgen Sures war viele Jahre Zugleiter des Dürener Karnevalszuges. „Ich habe mein Amt niedergelegt”, sagt er. „Die Verantwortung war mir zu groß.” Jürgen Sures hatte gefordert, dass alle Traktoren und alle Wagen des Karnevalszuges voll verkleidet sein müssen. „Dann könnte kein Zuschauer mehr unter einen Wagen laufen”, so Sures.

Eine der 28 Karnevalsgesellschaften des Festkomitees hat sich dagegen ausgesprochen, alle anderen wollten mitmachen. „Beim Kinderzug wäre fast etwas passiert”, so Sures. „Aber ich konnte mich leider nicht durchsetzen. Und ich möchte auch zu bedenken geben, dass wir hier in Düren keine Absperrgitter haben, wie es die bei den Karnevalszügen in Köln oder Düsseldorf gibt. Und Duisburg hat uns allen noch einmal gezeigt, wie schnell etwas passieren kann.”

Auch Peter Körner, Präsident des Festkomitees Dürener Karneval, weiß natürlich um die Gefahren. „Es gibt ja verschiedene Alternativen. Wer keinen verkleideten Wagen hat, muss mehr Wagenengel einsetzen. Aber für das nächste Jahr wollen wir schon eine neue Satzung für unseren Karnevalszug verabschieden.”
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