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Tröter Pötzer Jonge erleben Momente der Rührung

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Einer der glanzvollen Höhepunkte: Das Tanzcorps „Colonia Ruut Wiess” begeistert in der Prunksitzung der Tröter Pötzer Jonge das Publikum. Foto: fred

Alsdorf. Diese Prunksitzung der Alt-Alsdorfer Traditions-Gesellschaft Tröter Pötzer Jonge hatte alles zu bieten: fantastische Showeinlagen, Tränen der Rührung und ein dramatischer Moment hinter der Bühne, einen Walzer tanzenden Präsidenten, ein überraschender Programmpunkt zum Schluss.

Dazu ein Publikum außer Rand und Band, das fünf Stunden lang von einem Höhepunkt zum nächsten getrieben wurde. Es war die grandiose Abschiedsgala eines großen Präsidenten. Josef „Toto” Beckers demonstrierte, was „seine” KG groß gemacht hat und in was er 26 Jahre lang als Präsident viel Herzblut investierte.

„Toto” Beckers war schon am Anfang der Sitzung im siebten Himmel. „Die Pöngele” spielten, der Sitzungspräsident schwebte breit lachend im Dreivierteltakt über die Bühne. Die Premiere, diese Alsdorfer Gruppe auf die Bühne der Prunksitzung zu holen, war wieder einer seiner Glücksgriffe.

Die Stimmung, die mit den vier Mariadorfern in Bergmannskluft in den Saal kam, war Spitzenklasse. Hier Lokalkolorit, dort fernsehbekannte Sitzungsgrößen wie „Die 2 Schlawiner”, das ist die Handschrift des TPJ-Präsidenten. Was für ein Kracher mit Mister Tom! „Wer ist dieser Mister Tom”, fragte das Publikum und erlebte einen Parodisten, den die Jecken am Ende der brillanten Show nicht mehr von der Bühne gehen lassen wollten.

Dramatischer Augenblick

Mister Tom hatte den perfekten Moonwalk des Michael Jackson auf die Bühne gelegt, die Biene Maja gesungen, Heino,Ê Gilbert ÊBcaud, andere parodiert und einen Jodler in den Saal geschmettert, der die Leute von den Stühlen riss.

Ein Muss der TPJ-Sitzungen sind die akrobatischen Leistungen des Tanzcorps „Colonia Ruut Wiess”. Seit Jahren schon ist „Toto” Beckers mit der prächtigen Gruppe befreundet.

Kurz vor dem Auftritt seiner Kölner Freunde erlebte Präsident „Toto” einen dramatischen Augenblick hinter der Bühne. Fünf Stunden lang gelang es ihm während seiner Abschiedsgala, keine Spur von Wehmut zu zeigen. Kurz zuvor hatte er Prinz David I. und Prinzessin Sabrina mit Gefolge und Prinzengarde auf der Bühne empfangen.

Aber die Hochspannung, unter der jeder Sitzungspräsident steht, wohl auch die letzten Blicke in den Saal und das Wissen, „im nächsten Jahr sitzt Du unten vor der Bühne”, forderten ihren Tribut. Ein leichter Schwächeanfall setzte ihn kurze Zeit außer Gefecht. Ärztlich betreut, erlebte er, wie das Programm mit „Ruut Wiess” professionell weiterlief. Das gab ihm seine Kraft zurück. Schon bei der ersten Verschnaufpause des Tanzcorps stand er wieder auf der Bühne. Professionell führte er weiter durch das Programm auf hohem Niveau.

Bauchredner Addy Axon, das einfallsreiche TPJ-Showballett und die außergewöhnliche Thomas Arens Combo führten das Programm seinem glänzenden Schlusspunkt entgegen.

Es war Mitternacht, da kam Lokalmatador Jürgen Beckers. Vom Auftritt beim „Orden wider den tierischen Ernst” kam er zurück in seine Heimatstadt, dorthin, wo Karneval mit Freude im Herzen gefeiert wird. Wo das Publikum mitten in der Nacht vor Vergnügen auf die Schenkel klopft, wenn Jürgen B. Hausmann die regionalen Eigenheiten aufs Korn nimmt. Ein Publikum, das mit stehenden Ovationen Beckers Sätze an den scheidenden Präsidenten unterstreicht: „Die Tröter Pötzer Jonge sind Dein Kind, durch Dich sind sie das geworden, was sie heute sind. Mit Toto Beckers geht eines der letzten und besten Alsdorfer Original von der Bühne.”

In dem Augenblick lässt der TPJ-Präsident einen Anflug von Rührung erkennen. Er überspielt den Augenblick und ruft die schmucke Stadtgarde „Oecher Penn” auf die Bühne, deren Ehrenkommandant Jo Dick seit Jahren als Stammgast im Saal sitzt. 124 Gardisten ziehen mit ihrem Musikkorps durch den Saal.

Mit ihrem Schlussbild schwanken die Bühnenbretter, begeistert folgen „Totos” Gäste um ein Uhr nachts dem Programm der Aachener Traditionsgarde. Um dann noch einen überraschenden letzten Programmpunkt zu erleben, der einen treuen Freund des Tröter-Pötzer-Präsidenten zu Tränen rührt. „Ja, Freunde, der Jö ist nah am Wasser gebaut”, sagt „Toto” Beckers. 26 lange Jahre war Jö Altdorf sein Zeremonienmeister.

Einmarsch als Abschluss

Mit „Toto” geht auch er in den karnevalistischen Ruhestand. „Du bist 26 Jahre für mich gelaufen, um unsere Künstler auf die Bühne zu holen, jetzt bist Du dran”, schickt Beckers seinen verdutzten Freund von der Bühne. „Heute bekommst Du deinen eigenen Einmarsch”, erklärt der Präsident und fordert Altdorfs Nachfolger Stefan Mingers auf, den vor Freude weinenden Jö zurück auf die Bühne zu holen.

Die „Oecher Penn” spielt den Larida, Jö Altdorfs Lieblingsmarsch als gefühlvollen Abschluss.
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