Strunx-Sitzung: Karnevalsphobien mit Konfrontation geheilt

Von: Heinrich Schauerte
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Stimmung bei der traditionellen Aachener Strunx-Sitzung: Im Saalbau Rothe Erde bebte die Luft. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die 20. Strunx-Sitzung: ohne Punkt, Komma und Pause fast zwanzig Nummern, die für dreieinhalb Stunden pralles Programm sorgen. Wobei ja oft schon die Moderationen von Zins und Hammers mehr bieten, als mancher Büttenredner drauf hat.

Keine Längen, keine Durchhänger, keine Plagiate, von der ersten bis zur letzten Minute nur Bombenstimmung.

Sogar in Sachen Öcher Platt kann man sich inzwischen sehen lassen, und so hat die Oettinger-EU im ersten Sketch auch keine Chance bei dem Versuch, den Öcher Gardisten ihre Säbel zu verbieten. Denn we are all sitting in one Bütt und wenn der Öcher seine Garde sieht, will er auch, dass sie den Säbel zieht. Dann Veronika Sieber als nervtötende Öko-Tussi, was wirklich die Frage aufwirft, ob man da nicht lieber die Welt kaputtgehen lässt.

Ein Trauerspiel in zwei Akten zeigt die schöne neue Arbeitswelt; statt die Arbeit zu erleichtern, haben Computer nur zu noch mehr Stress geführt. Der brave Angestellte benutzt jetzt die Bettflasche, um keine Zeit auf dem Klo zu verlieren. Ähnlich geht es im Zugabteil, wo zwar jeder spricht, aber nur per Funk - bis sie irgendwann drauf kommen, dass man sich ja auch mal untereinander unterhalten könnte.

Dicke Luft herrscht in einer Kneipe, wo Michael Radermacher und Gaby Dufern den echt Öcher Krau verkörpern. Zwei Nummern über Psychopathen sind so gut gemacht, dass man sie für Live-Schaltungen aus der geschlossenen Abteilung halten konnte. Karnevalsphobien kann man übrigens durch Konfrontationstherapie heilen, am besten mit einem Guttenberg-Konterfei.

Auch ein ernstes Thema gibts, sarkastisch verpackt in Volksmusik-Folklore. „Oh, dann bombst du” wird da geschmalzt, oder „Kleine weiße Tellermine, du machst so wunderbar BumBum”. Die 5 lustigen 4 erscheinen diesmal mit Burka-Trägerin. Wieder mal alles rasend komisch und knochentrocken. Viel schwerer zu parodieren sind hingegen die täglichen Wetter-Shows, denn das sind ja schon Parodien. Nicht mehr lange, und wir haben nur noch die Wahl zwischen dem Schneewittchen der ARD mit dem rechtsdrehenden Wetterkartenballett oder einem Wetterpapst, der so scharf ist wie ein Schweizer Taschenmesser.

Damit sind wir schon beim Höhepunkt jeder Strunxsitzung, der Büttenrede von Manni Hammers. Nachdem er bis hin zum Stuhlgang bereits alle Themen durch hat, bleibt nur noch das Wetter. Insbesondere die Kapitulation einer selbsternannten Hochtechnologie-Nation vor diesem weißen Zeug, das da völlig unerwartet vom Himmel fiel.

Was bekanntlich dazu führt, dass der Schnee von gestern dem Nachbarn vor die Einfahrt geschippt wird und überhaupt die niederen Schürf- und Schaufelrechte zum Zug kommen. Da fragt sich auch Bauchredner Ulli Laven „Ist Strunx Hippiescheiße oder Treffpunkt der intellektuellen Elite?” Und die Antwort kann nur lauten: Total ejal!
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