Aachen - Strunx-Karten so begehrt wie Streusalz

Strunx-Karten so begehrt wie Streusalz

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:
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Gut gelaunt trotz Kälte: Beim Kartenverkauf zur Strunx-Sitzung standen am Samstag wieder hunderte Menschen vor der Barockfabrik an, um die heißersehnten Karten zu bekommen. Foto: Herrmann

Aachen. Nachdem Vladimir Maric an diesem Morgen aufgestanden war, blickte er erst mal aus seinem Fenster. Und das eisig kalte Bild, das sich dort bot, ließ in ihm ganz kurz die Überlegung aufsteigen, ob er nicht vielleicht besser zuhause bleiben sollte.

Aber er hatte sich ja verabredet. Mit seinen Freunden. Um sich anzustellen. Stundenlang. „Also habe ich meine Skiausrüstung angezogen”, sagt Maric und dann ist er losgegangen. Richtung Barockfabrik. Vor der steht er jetzt, vermummt von Kopf bis Fuß.

Seine Freunde sind natürlich da und Hunderte andere Menschen auch. Was sie eint, ist das Ziel: Alle wollen Karten für mindestens eine der sieben Strunx-Sitzungen. Die sind sehr begehrt, deswegen werden höchstens vier Stück pro Person verkauft. Echte Strunxler wissen das natürlich und sind schon früh da. Und so hat das Anstehen beim Vorverkauf für die Kultveranstaltung in den letzten Jahren selbst einen Kultcharakter bekommen.

Die ersten waren auch diesmal wieder um fünf Uhr morgens an der Barockfabrik und haben sich angestellt. Da kann Frau Holle soviel ausschütten, wie sie will. Und auch Assistentin Daisy, so heißt ja bekanntlich das Tief, das den Schnee über die Straßen und das Streusalz aus den Supermarktregalen fegt, hält die wahren Fans nicht vom Campieren für Karten ab.

Die Verantwortlichen fanden es aber wohl unverantwortlich, die Leute ab fünf Uhr früh in der Kälte stehen zu lassen und schickten sie nach Hause. Vorher bekamen sie noch kleine Zettel auf den Nummern stehen. Der erste die Nummer eins, der zweite die zwei und so weiter. Sie legen die Reihenfolge fest, in der der Anstehenden ihre Karten kaufen dürfen. 390 Nummern wurden insgesamt ausgegeben und Vladimir Maric hat die 197. Er muss sich also weiterhin gedulden. Auch nachdem die türkise Tür geöffnet wurde und die ersten Bargeld gegen Tickets tauschen.

Kurz zuvor hatten die Strunx-Moderatoren Manfred Hammers und Rudi Zins ihre treuen Fans bereits begrüßt. „Danke, dass ihr uns auch bei Eiseskälte die Treue haltet”, rief Hammers. Und dann sprachen sie über ein Thema, das das Potential besitzt, zumindest die Gemüter zu erhitzen: Nackt-Scanner. Aus Sicherheitsgründen hätten sie ja überlegt, einen „Karten-Nackt-Verkauf” zu organisieren. Angesichts der Temperaturen sei dann aber doch darauf verzichtet worden.

Vladimir Maric ist mittlerweile froh, dass er auf das Anstehen doch nicht verzichtet hat. „Es ist schön organisiert, das Prinzip ist fair und die Stimmung gut”, sagt der 50-jährige. Dazu trägt natürlich bei, dass auf einer Leinwand Szenen aus der vergangenen Strunx-Sitzung zu sehen sind. Die Castingshow „The next Jürgen Linden” zum Beispiel. Mit derben Zoten und hintergründigem Humor, Strunx eben.

Maric kann sich daran noch gut erinnern. Die Sitzungen besucht er nämlich seit Jahren. Das Anstehen zum Kartenkauf ist für ihn aber eine Premiere, in den Vorjahren habe das immer seine Frau gemacht. „Und sie”, sagt Vladimir Maric, „darf das nächstes Mal gerne wieder machen.”
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