Deiters

Stadtreiter ließen ihre Rösser im Stall

Von: Karen von Schmieden
Letzte Aktualisierung:
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Grieselschnee, Kälte und glatte Fahrbahnen konnten den tausenden Teilnehmern und zehntausenden Besuchern des diesjährigen Kinderzuges die gute Laune nicht verderben. Allerdings blie so mancher potentielle Besucher doch lieber im warmen Wohnzimmer, die Zahl der Zuschauer lag niedriger als in den Vorjahren. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Der Sonntag gehört im Aachener Karneval den Kindern: Unter dem Motto „Kenger höppe, danze, sprenge, wenn vür oser Leddcher senge” (Kinder hüpfen, tanzen, springen, wenn wir unser Liedchen singen) zogen rund hundert Gruppen von der Oppenhoffallee bis zum Karlsgraben.

Ein bisschen Bewegung war bei Temperaturen unter dem Nullpunkt durchaus anzuraten: Wetterbedingt waren zwar deutlich weniger Karnevalisten unterwegs als in den vergangen Jahren, Zugleiter Frank Prömpeler ist aber zufrieden mit den „mehreren zehntausend Besuchern”.

Trotz klirrender Kälte und ständigem Schneefall kamen die hartgesottenen Narren, denn der leidgeprüfte Öcher weiß: Schnee ist besser als kalter Regen. Ein Einschnitt mussten dann doch gemacht werden: die Aachener Stadtreiter ließen ihre Rösser im Stall - „zu gefährlich”.

ei der Kostümwahl gingen die Nachwuchsjecken taktisch klug vor: „Alles, wo ein Schneeanzug drunter passt”, rät die Mutter von Pirat Björn und Hexe Smilla. In diesem Jahr ist die Verkleidung damit recht prall ausgefallen. „Eigentlich”, fügt der Papa hinzu, „sind unsere Kinder ein bisschen schlanker.” Kuschelig warme Bärchenmützen und dicke Piratenstiefel waren darum am Sonntagmorgen besonders en vogue auf den Aachener Straßen. Behütete Mexikaner flanierten neben nicht ganz so grauen Mäuschen und Tigern mit Ganzkörperstreifen.

Wer beim Outfit bereits mit einem wasserdichten Plan auftrumpfte, hatte auch für die Kamelle eine Strategie: „Wenn man ganz laut ´Alaaf´ ruft, dann schauen die Leute vom Wagen runter”, meint die sechsjährige Anna, alias Biene Maja. Und wer die Aufmerksamkeit der wurffreudigen Narren hat, ergattert schon mal eine ganze Tafel Schokolade oder eine Packung Printen. Ein wenig suchen musste der achtjährige Pirat Lars die Kamelle, wenn die am Straßenrand im Schnee landete. Alles kein Problem: „Die Bonbons sind ja bunt. Die sieht man trotzdem.”

Eröffnet wurde der älteste Kinderkostümzug Deutschlands traditionell von den Öcher Schusterjonge. Die römischen Legionen des Heilig-Geist-Gymnasiums aus Würselen legten eine Schildkrötenformation samt Scutum und Speer hin, bei der selbst Caesar vor Neid erblasst wäre. Die Schüler wissen nämlich: „Römer, Griechen und Germanen sind vom Karneval die Ahnen.” Nur auf den ersten Blick ging es den Karnevalisten der Viktoriaschule ums Wetter: „Wir wollen den Frühling, nicht den/die Sommer”, erklärten die Schüler ihren Seitenhieb in die Politik und kleideten sich augenzwinkernd als grünende Wiese.

Besondere Kamelle gab´s von der GGS Am Höfling: Die Fußgruppe warf mit fair gehandelter Schokolade. Damit bei dem ganzen jecken Treiben der Valentinstag nicht in Vergessenheit geriet, brachte die Fußgruppe der Schule Beginenstraße Liebe unters Volk. Mit dem Slogan „All you need is love” und jeder Menge Herzaufkleber sorgten sie für Frühlingsgefühle bei den frierenden Jecken.

Den Abschluss bildete Märchenprinz Jan I. Moreau, der mit beiden Händen pausenlos im Einsatz war, um Klümpchen unter das junge Volk zu bringen.
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