Düren - Skunk-KG: Alternativer Karneval an der Rur

Skunk-KG: Alternativer Karneval an der Rur

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Mit einem „Bierglasdiagramm” (rechts) versuchen die Skunks große Weltpolitik zu erklären. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Offenbar ist es eine wichtige Sitzung. Eine sehr wichtige sogar. Immerhin hat Dürens Bürgermeister seine Rechtsdezernentin, den Kämmerer und den Baudezernenten um sich geschart. Die Herrschaften diskutieren, zanken sich. Und der Bürgermeister? Sitzt mitten drin und nickt mal kurz ein.

Manch einer im ausverkauften Rittersaal von Schloss Burgau reibt sich die Augen, die, die sich bestens auskennen an der Rur, schmunzeln vergnügt, manche lachen bisweilen laut. Es ist Karnevalszeit an der Rur, genauer gesagt Zeit des alternativen Dürener Karnevals. Unter dem Motto „My home is my castle” hat die Skunk KG Schloss Burgau mit Beschlag gelegt, am Sonntagabend war Premiere. Und die Skunks starteten einen fast vierstündigen Angriff auf die Lachmuskeln ihres vollkommen begeisterten Publikums.

Paukenschlag nach einem schwachen Skunk-Jahr 2010

Nach einem eher schwachen Skunk-Jahr 2010 meldet sich die Truppe mit Kai Meister, Thomas Lüttgens, Andreas Bohm, Bernd Hahne, Verena Schloemer, Bernd Steiger, Robert Schumacher, Brigitte und Kenny Sehle, Daniela Thelen-Großmann, Anika Andreu-Kruth, Reiner Brücker, Nicole Grasmeier, Jesko Kaluzny, Michael Krohm und Philipp Schloemer mit einem Paukenschlag zurück - witzig, flott, bissig und vor allen Dingen mit einer gehörigen Portion Lokalkolorit.

Die Geschichte im 10. Dürener Skunk-Jahr spielt in der WG-Küche. Die Herrschaften haben eine Party, ach was eine Orgie gefeiert, „Schantalle” und „Nikoll” müssen alles wieder aufräumen. Und dann, dann tauchen plötzlich kleine „Schrimpse” in der WG-Salatschüssel auf. Auf diese, nur wenig possierlichen Tierchen, müssen die Skunks aufpassen, weil in Linnich der Antrag eines Landwirtes auf Garnelenzucht blöderweise abgelehnt worden ist. „Schrimpse” sind nun mal keine landwirtschaftlichen Nutztiere.

Die Skunks wollen Kapital aus ihren Untermietern schlagen, und sorgen deswegen mit hoch-erotischen Paarungstänzen für eine Fortpflanzung der Tierchen und lösen - natürlich - auch das Problem mit dem lästigen Pulen. Darüber hinaus geht es um hemmungslosen Sex mit einem ausgehöhlten Kürbis, in dem blöderweise noch ein brennendes Teelicht stand, einen Mann, der ganz aus Versehen und rein zufällig Schützenkönig geworden ist und jetzt Angst hat, von den Grünröcken erschossen zu werden, um den Bundeshaushalt und Hartz IV, Wikileaks, Hedgefonds und ein interessantes „Bierglasdiagramm”, mit dessen Hilfe unter anderem die Rente mit 67 erklärt wird. Ach ja, und brandaktuell haben die Skunks auch auf Guttenbergs angeblichen Doktor-Klau reagiert.

Klar, dass auch Düren immer wieder Opfer des manchmal wirklich herrlich-bösen Skunk-Spotts wird. „Düren, dein Gesicht hat Eiterpickel”, heißt es zum Beispiel in einem Lied oder weiter „Du trägst ein kleinkariertes Kleid. Mittelmaß reicht dir aus.” Es geht um den Museumsanbau („quadratisch, praktisch, kommerziell”) und dann gibt es eben auch „Innenansichten” der Dürener Verwaltungsspitze.

Der Kämmerer langweilt sich offensichtlich unglaublich in seinem Büro, weil es eben in der hoch verschuldeten Stadt kein Geld zu verwalten gibt und der Baudezernent, der bei Wind und Wetter Rennrad fährt und keine fremden Götter neben sich zulässt, kassiert Sitzungsvorlagen zum Thema Denkmalschutz ein, weil dieses Thema in Düren jeglicher Grundlage entbehrt. Die Rechtsdezernentin beschäftigt sich mit Kunstwerken, die in einer Zahnarztpraxis hängen, eigentlich aber ins Leopold-Hoesch-Museum gehören, und der Bürgermeister? Der hat seine Sitzungsakten vergessen, dafür aber die Unterlagen für die nächsten Grußworte, die er noch schreiben muss dabei.

Klar, dass es am Ende jede Menge und mehr als verdienten Applaus für die Skunk KG gab. Dürens alternative Karnevalisten sind wieder zu alter Form zurück gekehrt! Schade, dass alle weiteren Sitzungen schon ausverkauft sind.
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