Düren - Redeverbot für den Prinzen...

Redeverbot für den Prinzen...

Von: Ingo Latotzki
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Stimmungssängerin Regina Cremer sorgt vor hunderten Narren auf dem Marktplatz für Stimmung. Foto: Ingo Latotzki

Düren. Der Prinz darf nicht sprechen. Hat seine Prinzessin verfügt. Redeverbot. Es ist schließlich Weiberfastnacht. Also bahnt sich Ulrich I. seinen Weg durch Hunderte Jecke mit einem großen Pflaster auf dem Mund.

Dann steht er da oben auf dem Bühnenwagen am Markt und schweigt. Was bleibt ihm übrig? Ab und an winkt er dem närrischen Dürener Volk zu, er schunkelt auch schon mal, das ist es so weit. Wie gesagt: Es ist Weiberfastnacht.

Und wie. Tausende sind in der City. Allein knapp 4000 vor dem Rathaus auf dem Kaiserplatz. Bei Kaiserwetter. Was für ein Sonnenschein, was für ein Himmel. Irgendwo da ganz oben muss Petrus gesessen und bestimmt haben. Wunderbares Wetter für Düren!

Das hat auch das Prinzenpaar so empfunden. Gute Laune überall. Auch, als Bürgermeister Paul Larue ein spezielles Geschenk überreicht: eine Schürze. „Ihr habt ja in letzter Zeit wenig Zeit gehabt, euch um den Haushalt zu kümmern”, ruft er Katharina I. und Ulrich I. zu. Ab Aschermittwoch könne das ja wieder anders werden. Passend zur Schürzenübergabe kommt „Das bisschen Haushalt...” aus dem Lautsprecher”. Mittenrein ruft Wino Uhlhaas, Dürener Ex-Prinz und am Donnerstag stimmungsfroher Moderator auf dem Bühnenwagen: „Und wenn dann alles sauber ist, kommen wir zum Essen.”

Aber erst mal wird noch Karneval gefeiert. Das Prinzenpaar muss weiter, samt Gefolge, geht´s in die Sparkasse und dann... Ja dann statten die Dürener Majestäten dem Kaiserplatz einen Besuch ab. Vor dem Rathaus hat sich seit drei Jahren kein Prinz mehr sehen lassen. Aber es gibt keinen Grund für Bedenkenträger. Die Jugendlichen feiern Katharina I. und Ulrich I., viele rufen sogar: Zugabe. „Das war ein gutes Signal”, sagt später Peter Junker vom Dürener Jugendamt. „Alle sollen Karneval zusammen feiern.”

Und das funktionierte weitgehend friedlich. Zehn sogenannte Ingewahrsamnahmen gab es bis zum Abend, zehn Platzverweise und 50 Narren (davon 30 Erwachsene) mussten ärztlich behandelt werden. Das Jugendamt der Stadt hatte als Organisator viel dafür getan, dass die Dinge nicht aus dem Ruder laufen. Das Gelände rund um den Kaiserplatz war eingezäunt, es gab Kontrollen, Glas war wie in den beiden Vorjahren schon verboten.

Das Dürener Krankenhaus hatte hinter dem Rathaus nach außen mit Sichtschutz abgeschottete Zelte aufgebaut, in denen vier Notärzte ihren Dienst versahen. „Wir können nicht verhindern, dass gar kein Glas mehr in die Stadt gelangt”, sagte Karl-Heinz Adels. Der Leiter des Ordnungsamtes hat beobachtet, dass „mehr Jugendliche vom Verbot wussten als Erwachsene...” Sein Amt erhob Verwarnungsgelder (in der Regel 20 Euro). Dass junge und Ältere zusammen vor dem Rathaus feierten, hob Berthold Becker vom Jugendamt hervor. „Das war sonst auch nicht so.”

Zu der Zeit war der Dürener Prinz schon wieder unterwegs. Sein Pflaster trug er da längst nicht mehr. So streng ist seine Prinzessin nun auch wieder nicht mit ihm.
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