Deiters

Premiere wird durch kleine Schneepause gewürdigt

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg-Münsterbusch. Klein, aber fein: Diese Kurzformel lässt sich für den Umzug anwenden, der sich am Samstagnachmittag von der Cockerillstraße aus in Richtung obere Prämienstraße in Bewegung setzte.

Denn mit nur 16 Zugnummern fiel der traditionelle Münsterbuscher Zug, der erstmals nicht am Veilchendienstag, sondern am Karnevalssamstag startete, ein wenig kurz aus. Doch die Länge war nicht entscheidend, sondern die Ideenvielfalt und die Farbigkeit. So wurde der Umzug allein von fünf farbenprächtigen Fußgruppen und vier Musikzügen geprägt. Neben der von Swen Heinrichs als Präsident angeführten KG Mönsterböscher Jonge, hatte sich die KG Mölle und die KG Büsbach mit jeweils zwei Wagen in das närrische Geschehen eingereiht.

Auch wenn die Münsterbuscher keinen eigenen Prinzen stellen, brauchten sie im Umzug nicht auf närrische Tollitäten zu verzichten. Denn die Büsbacher hatten Kinderprinzessin JuliaI. (Reiß) und die Mühlener die kleine Tollität MauriceI. (Zengin) mitgebracht. Warm eingepackt sorgten sie dafür, dass die vielen Zuschauer, die in der Prämienstraße stellenweise in Dreierreihen den Straßenrand säumten, reichlich mit Wurfmaterial bedacht wurden.

Überhaupt hatten sich die Zuschauer ähnlich wie die Zugteilnehmer nicht von Kälte und Schnee abhalten lassen. Pünktlich zum Zugbeginn um 16 Uhr hatte die weiße Dauerberieselung nämlich eine kleine Pause eingelegt. Prächtig ausstaffiert hatte sich auch diesmal die Fußgruppe, die sich Jecke Mönsterböscher Wiever nennt. Die zwölf Frauen hatten sich nämlich riesige, gelbe Perücken und lange, rote Kittel angezogen und zogen im Struwwelpeter-Kostüm über die mit Schnee und Eis bedeckten Münsterbuscher Straßen. Als Generalprobe für die nachfolgenden Umzüge in Büsbach und der Innenstadt bezeichneten die Pfadfinder ihren Auftritt, die das Märchenmotiv „Aladin und die WunderlampeÓ gewählt hatten. Sie waren mit einer großen, rund 30-köpfigen Gruppe unterwegs, die sich fantasievolle, orientalische Gewänder angezogen hatte. Als blau-weiße Engel, die gut zur schneereichen Umgebung passten, waren die KG Frauen unterwegs. Ein Zwergenkostüm hatte sich die Nachbarschaftsinitiative angezogen, die auf einem Bollerwagen reichlich Wurfmaterial und Verpflegung mitführte. Farbige Leibchen, wärmende Stoffperücken und Wollgamaschen hatten sich die Mütter übergezogen, die die als Hexen, Kids und Minis bezeichneten Tanzgruppen der KG Mönsterböscher Jonge begleiteten.

Für die musikalische Untermalung waren der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr, das Breiniger Trommler- und Pfeiferkorps, der Musikzug Eschweiler-Bergrath und die Donnerberger Trompetenbläser verantwortlich. Sie unterhielten das Publikum mit fetzigen Karnevalsmelodien die zum Warmschunkeln animierten. Der Münsterbuscher Umzug, der bisher am Veilchendienstag stattfand, hat eine lange Tradition. Der erste Umzug starte schon 1974. Vorläufer war eine Spontanaktion, die ein Jahr zuvor den Kindergarten an der Foxiusstraße als Ziel gewählt hatte. Seinen Abschluß fand der Umzug im Jugendheim in Münsterbusch, wo sich Zuschauer und Zugteilnehmer zu einer großen Karnevalssause trafen. Dort wird aber auch am traditionellen Veilchendienstag gefeiert.
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