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Neue Narren begeistern

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Rolf Peter Hohn setzt sich für den Karneval ein. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Er kennt den Dürener Karneval wie kaum ein anderer. Seit 19 Jahren ist Rolf-Peter Hohn Präsident des Regionalverbandes Dürener Karneval (RVD). Im Gespräch mit den DN erklärt der 61-Jährige, welche Richtung der Karneval einschlagen muss und wie man wieder mehr Jugendliche für diese Art Brauchtum zu gewinnen kann.

Wie ist die Resonanz bei den Sitzungen ?

Rolf-Peter Hohn: Vor ein paar Jahren hatten wir mehr Grund zum Klagen als heute. Wir waren wegen der Wirtschaftslage schon etwas in Sorge, erleben aber in Düren nicht den befürchteten Trend. Die Säle sind gut besucht.

Aber nicht immer wirklich voll. Sind 27 Karnevalsgesellschaften für die Stadt Düren zu viel?

Hohn: Die Einbrüche sind im Stadtgebiet immer besser zu spüren, als auf dem Land. Früher gab es in der Stadt Düren fünf Gesellschaften, heute sind es 27. Da wird das Stück vom Kuchen, auch was die Besucherzahlen angeht, natürlich kleiner.

Ist Fusion die Lösung?

Hohn: Nicht unbedingt, aber ich kann mir vorstellen, dass Vereine verstärkt zusammenarbeiten. Das passiert ja auch schon. Manche Gesellschaften, wie etwa die Nord-Dürener mit ihrer Närrischen Akademie, beschreiten neue Wege. Andere, wie die „Kick Ens” aus Rölsdorf und die „Südinsulaner”, haben wieder zurück zu ursprünglichem, volkstümlichem Karneval gefunden und füllen ihre Säle.

Kann man denn damit die Jugend begeistern?

Hohn: Das denke ich schon. Ich treffe bei den Sitzungen vermehrt junge Leute Mitte, Ende 20.

Würden Sie also sagen, der Karneval hat in Düren kein Nachwuchsproblem hat?

Hohn: In unseren 145 Gesellschaften im Regionalverband gibt es 5000 Kinder, die im Tanzsport aktiv sind. Da kann man nicht von Nachwuchsmangel sprechen.

Weg diskutieren kann man ihn aber auch nicht. Bei Dürens einziger reinen Kindergesellschaft „Kamelle für de Kenge” sind die Sitzungen ausgefallen, weil nicht genug Kinder da sind.

Hohn: Ich glaube nicht, dass es hier an Kindern gefehlt hat, sondern an Erwachsenen, die bereit sind, sich zu engagieren. Und ein Kinderkarnevalszug am Sonntag mit 1700 Teilnehmern spricht auch nicht für Nachwuchsprobleme.

Diese Kinder gehen zu einem großen Teil mit Freunden oder Schulklassen im Zug mit und engagieren sich deswegen noch lange nicht im organisierten Karneval.

Hohn: Stimmt. Aber das sind genau die Gelegenheiten, die wir brauchen, um Jugendliche mit unseren Vereinen in Verbindung zu bringen.
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