„Ne Imi” auf dem Dürener Narrenthron

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„Net lamentiere - loss ons Karneval fiere”: Ulrich I. und Katharina I. ließen sich nach der Proklamation durch Paul Larue (r.) feiern. Foto: Abels

Düren. Wenn sich ein Westfale mit zitternden Knien und Schweißperlen auf der Stirn aufmacht, das höchste Dürener Narrenamt zu bekleiden, ist klar, dass sich Bürgermeister Paul Larue zur Inthronisation etwas Besonderes einfallen lässt: „Ne Imi-Test”, schließlich kennt sich sein Rathaus mit Einbürgerungsangelegenheiten aus.

Und wer Larue bereits bei früheren Proklamationen erlebt hat, der weiß: Jetzt kommt nicht nur ein gereimter Vortrag in gekonntem Dürener Platt, sondern auch ein musikalischer, diesmal mit dem Jussenhoven-Klassiker „Sag ens Blotwoosch”. Denn „wer nit Blotwoosch sage kann, dat es ne Imi, ne imitierte Kölner, pardon Dürener ganz gewess.”

Der Blotwoosch-Test

Ob Prinz Ulrich I. den Test bestanden hat? Ein leises „Blotwoosch” will Larue auf der Bühne, für die Jecken im Saal nicht zu verstehen, gehört haben. Und so überreichte er der in Vlotho geborenen Tollität Zepter und Kette, Prinzessin Katharina I. den Fächer der Stadt. Immerhin ist sie „e echt Dürener Mädche, midden us d´r Stadt”, wie Larue verriet. Und er gab noch mehr preis, beispielsweise, dass Amors Pfeil den Westfalen und die Rheinländerin während einer Kur in Bad Oeynhausen getroffeen hat. „Und Ulrich, der Schatten von der Kur, folgte Kätche an de Rur”.

Ihr Motto lautet: „Net lamentiere - loss ons Karneval fiere”. Zeit genug bleibt dafür, schließlich ist die Session die längste des Jahrhunderts. Zeit auch für Ulrich I. noch ein wenig lockerer zu werden. Der Nervosität geschuldet, zog es der als Rosenkavalier bei seinem Einzug agierende Westfale vor, seinen Dank ans närrische Volk noch abzulesen. Doch wer wird es dem Rittmeister des Gardecorps Dürener Bürgerwehr verübeln, schließlich entschieden sich die Tollitäten erst spät, als Prinzenpaar anzutreten.

Ohne zu wissen, dass es im Sommer nach einer Session ohne Prinzenpaar aussah, trafen die Mädels der Gruppe „Colör”, die als Eisbrecher Schwung ins Haus der Stadt brachten, den Nagel deshalb mit ihrem Lied „Do hatte mir noch ens Jlöck” auf den Kopf. Der Freude des Prinzenpaares und der Begeisterung des Gardecorps tat dies jedoch keinen Abbruch. Und so könnten „Colör” mit einem weiteren Lied richtig liegen: „Das wird ein supergeiles Jahr”.
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