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Närrischer Rat: Jetzt ist die Sause gerettet

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Die Zeiten sind vorbei: Nicht länger im Ratssaal (wie hier im Jahr 2008) soll die „Närrische Ratssitzung” über die Bühne gehen, sondern im Foyer des Rathauses. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Kuh ist vom Eis, oder besser gesagt: Die Bütt ist raus aus dem Ratssaal. Beim wilden Gezerre um die „Närrische Ratssitzung” haben sich der OB und die widerspenstigen Volksvertreter auf einen Kompromiss geeinigt - statt an traditioneller Stätte geht das wilde Spektakel am Vorabend von Fettdonnerstag im Foyer des Rathauses über die Bühne.

Jetzt wird am Programm gefeilt. Wie berichtet, war es zum Dissens zwischen OB Marcel Philipp und allen fünf Fraktionen gekommen, weil der Oberbürgermeister die jecke Sitzung nicht länger im Sitzungssaal dulden will. Neue Möbel, restaurierte Bilder an der Wand, die hochempfindliche Technik - der OB wollte sich das Ensemble nicht malträtieren lassen, und eine Evakuierung des Materials war ihm zuviel des Aufwands.

Stattdessen sollten die Ratsmitglieder, ohne Publikum und Alkohol, an ihren Tischen hocken und im „närrischen Dialog untereinander agieren”, betrachtet von einer Kamera. Anschließend sollte der Vorgang per Videoübertragung im Penn-Zelt auf dem Katschhof zu sehen sein, wo die eigentliche Fete geplant war. Die Plakate waren schon gedruckt, aber die Veranstaltung musste ersatzlos gestrichen werden.

In seltener Einmütigkeit verwarfen die Fraktionen das ganze Szenario, sie wollten ihre gute alte Sause im Ratssaal wiederhaben. Und wenn das nicht zu machen sei, so hieß es hier und da, würde man lieber ganz aufs Gesinge und Geschunkele verzichten.

Nun wird doch noch gefeiert im Rathaus, am 10. Februar steht nach dem offiziellen Teil der Sitzung das Foyer bereit. Wegen des ganzen Hin und Hers sind die Kommunalpolitiker etwas in Verzug mit ihren Darbietungen, gleichwohl wild entschlossen, „sich einzubringen” und in die Bütt zu gehen. Fürs Publikum steht naturgemäß weniger Platz zur Verfügung, aber im Karneval ist enge Tuchfühlung dem Unternehmen ja eher förderlich.

Auch diesmal soll es nach Auskunft der Stadt Aachen ein finanziell übersichtliches Ereignis werden. Da immer mal wieder nach den Kosten fürs bunte Treiben im Rathaus gefragt wird, teilte die Stadt am Dienstag mit: Besucher bezahlen Essen und Trinken selbst, die auftretenden Karnevalisten tun dies unentgeltlich, „sie erhalten nur ein paar Biermarken”, so das Presseamt.
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