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Mit dem Roetgener Karnevalsorden zum „Clara-Viebig-Brunnen”

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Zum „Clara-Viebig-Brunnen” im „Weiberdorf” Eisenschmitt brachten in diesem Jahr Stamos Papas und Hubert vom Venn (links) den Orden des Roetgener Prinzenpaares Marco I. und Jutta I.

Roetgen. Es ist schon Tradition, dass Mitglieder des Roetgener Kulturkreises, der das „Theater am Venn” betreibt, den Sessionsorden der aktuellen Narrenherrscher der KG Roetgen an einem historischen Ort niederlegen müssen. Zurück geht diese Aktion auf eine Wette.

So war man schon auf der Akropolis in Athen, am Grabe des „Hauptmann von Köpenick” in Luxemburg, am Fritz-von-Wille-Denkmal in Kerpen/Eifel, auf dem Schlachtfeld von Marathon, am Eiffelturm in Paris und am Tempel des Poseidon in Attika.

In dieser Session hatte man sich anlässlich des Clara-Viebig-Jahres, das zum 150. Geburtstag der Dichterin mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird, zu einem Besuch im Örtchen Eisenschmitt in der Südeifel entscheiden. Dort steht mitten im Dorf neben dem Clara-Viebig-Zentrum ein Dorfbrunnen, auf dem Szenen aus dem Roman der Schriftstellerin dargestellt sind.

Im Volksmund und allgemeinen Sprachgebrauch heißt das Dorfdenkmal ebenfalls „Clara-Viebig-Brunnen”. Der Roetgener Saunaunternehmer Stamos Papas und der Eifeler Kabarettist Hubert vom Venn schmückten den Brunnen mit dem Orden der KG Roetgen.

Der Ort Eisenschmitt, unweit des Klosters Himmerod, diente Clara-Viebig als literarische Vorlage für ihren ersten großen Roman „Das Weiberdorf”. Das Buch geißelte bereits 1900 die große Not der Menschen in der Eifel. Da der Roman aber auch über sexuelle Freizügigkeit in der Eifel berichtete, die Selbstbestimmung der Frauen pries und die Doppelmoral geißelte, löste „Das Weiberdorf” vor 110 Jahren einen Skandal aus.

In einem Porträt des SWR heißt es dazu: „Die Kirche wetterte gegen das sittenverderbende Machwerk”. Die Bevölkerung fühlte sich verhöhnt und bedrohte Clara Viebig bei einem ihrer Besuche mit Mistgabeln.”

Brunnen und Zentrum sind heute natürlich Beweis genug, dass man den Roman, der 2003 vom „Rhein-Mosel-Verlag” neu veröffentlicht wurde, in einem ganz anderen Licht sieht. Clara Viebig gilt heute als die Schriftstellerin, die die Eifel für die Literatur entdeckt hat.
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