Klettermaxe Philipp ist Aachens nächster Märchenprinz

Von: Georg Dünnwald
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Philipp I. (Lentzen) und seine Eltern Iris und Thomas Lentzen freuen sich auf eine tolle Session. Vater Thomas war 1981 als Thomas I. Herrscher aller kleinen Öcher Jecke. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Etwas verlegen steht der fast Zehnjährige inmitten der Kinderkarnevalisten-Schar. Wolfgang Radermacher, der Akika-Chef - Akika ist die Abkürzung für Aachener Kinderkarneval - stellt im Wohnzimmer der Lentzens aus Verlautenheide den kommenden Märchenprinz 2011 vor.

Es ist Philipp Lentzen, der in ein paar Tagen, am 14. November, seinen zehnten Geburtstag feiert. Der Junge hat bereits karnevalistische Erfahrung, im Hofstaat der Märchenprinzen vom vergangenen Jahr und dem Jahr davor war er als Jäger und Schmied mit von der Partie. Er weiß also, was auf ihn zukommt, wenn er am Sonntag, 23. Januar nächsten Jahres um 15 Uhr im Eurogress proklamiert wird.

Und er kann sich jederzeit kompetenten Rat holen, denn sein Vater Thomas war im Jahr 1981 oberster Herrscher aller kleinen Narren. Das ist beruhigend für den Schüler der 4b der Katholischen Grundschule Verlautenheide. Einen Vorteil aber er gegenüber dem Herrn Papa. Er weiß schon seit ein paar Wochen, dass er Märchenprinz wird, Thomas I. hingegen konnte das selbst am 11. im 11. nur vermuten. Dafür aber wird er am kommenden 11. im 11. um 11.11 Uhr seine erste Generalprobe in der Öffentlichkeit haben.

Er muss dann nämlich mit auf die Bühne am Münsterplatz, wenn der Ausschuss Aachener Karneval (AAK) und der Stammtisch der Kommandanten und Präsidenten den Öcher Fastelovvend unter dem Motto „Vür wecke Öcher Jecke” begrüßen. „Der Junge ist richtig”, befindet Radermacher in seiner kleinen Laudatio. „Er klettert und liest gerne”, sagt der Akika-Chef und bemerkt so ganz nebenbei, dass Philipp immerhin in der Kletterhalle häufig die Zwölfmeter-Wand bezwingt. Während der Vorstellung halten sich die Eltern Thomas und Iris Lentzen im Hintergrund, sorgen dafür, dass Gästen und Medienvertretern die belegten Brötchen und die Getränke nicht ausgehen, während Oma Gisela und Opa Manfred Lentzen ein Auge auf die Tür haben, denn es klingelt unentwegt.

Immer mehr Leute kommen, um dabei zu sein, weil Philipp so viel Ehre widerfährt. Auch AAK-Präsident Wilm Lürken lässt es sich nicht nehmen, zu gratulieren und dem Grundschüler „eine tolle Session” zu wünschen.

Nach dem Fototermin, ein wahres Blitzlichtgewitter bricht über die Tollität in spe herein, steht er entspannt Rede und Antwort. Sport und Mathe sind seine Lieblingsfächer, behauptet er. „Geräteturnen mag ich sehr.” Seine Lieblingslektüre findet Philipp im „Magischen Baumhaus”, „davon gibt es viele Bände”. Aber auch Wissensbücher jeglicher Art verschlingt er geradezu.

Sein Motto ist ziemlich lang: „Kenger senge mit der Mösch en d´r Öcher Märchebösch” (Kinder singen mit dem Spatzen im Aachener Märchenwald). Dazu passt schön der von Guido Diefenthal entworfene Orden, der als Enkel des legendären Mattschö Stevens die Tradition übernommen hat, die Orden der Märchenprinzen zu kreieren - und zwar genauso toll wie der Opa.

„Den darfst Du aber erst tragen und verleihen, wenn Du proklamiert bist”, sagte Radermacher mit einem Augenzwinkern. Gleiches gelte auch für die Prinzenmütze, „die darfst Du nur zur Probe im stillen Kämmerlein aufsetzen”.

Zum Orden hat Ordensproduzent Harry Ebert 500 Anstecknadeln gestiftet, die während der Auftritte verkauft werden sollen. Der Erlös kommt dem Öcher Kengerfastelovvend zugute.
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