Jülich - Jülicher Ulk-Ufo wieder sicher gelandet

Jülicher Ulk-Ufo wieder sicher gelandet

Von: Kr.
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Sie besangen gemeinsam ihre Heimatstadt Jülich: Bernd Pflaumen-Flücken (links) mit Axel Fuchs. Foto: Kròl

Jülich. Sternzeit, Sonntag 17. Januar 2010, 16.50 Uhr. Der Countdown läuft. Das (T)Raumschiff Ulk ist fertig zum Start. Die Kommandobrücke ist bestens besetzt mit einem gut aufgelegten Elferrat, zahlreichen Größen des rheinischen Karnevals und einer stattlichen Zahl von Eigengewächsen.

Die Passagiere sind bunt kostümiert an Bord gegangen. Kommandant Jörg Bücher gibt das Startzeichen, und der schnelle Raumgleiter hebt ab in das närrische Universum.

Massive Starthilfe leisteten dabei die Mennekrather mit heißen Rhythmen und kölschen Stimmungsliedern. Von den Höhnern über die Knef bis zu den Beatles spannten sie ihren musikalischen Bogen und brachten die Mauern der ehrwürdigen Jülicher Stadthalle mächtig ins Wanken. Doch auch das Publikum spielte prächtig mit und zündete bereits hier die erste Rakete des Abends.

Mit Prinzessin Eileen Weber, Jungfrau Marsha Schmitz und Bauer Lara Combach begrüßte das närrische Publikum anschließend das erste weibliche Kinderdreigestirn der Herzogstadt. Da stand wahre Frauenpower auf der Bühne, die eindrucksvoll verkündeten: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!”

Da nun gerade der Nachwuchs das Sagen hatte, begrüßte man auch gleich den „Kleinen Mättes” (Matthias Elsen). Von Großvater und Ehrenpräsident der KG Ulk, Matthias Hellmann, hat er wohl ein ausgeprägtes Karnevals-Gen mitbekommen. Von dem jungen Mann, der zunächst einmal Max und Moritz in Mundart parat hatte, wird man sicherlich noch so manches zu hören bekommen.

Doch auch die älteren Herrschaften haben in der KG Ulk noch so einiges zu sagen. Was wäre die Sitzung der KG ohne ihren Vorzeige-Büttenredner Heino (Bücher). Er nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn er über Landrat, Stadtverwaltung und Lokalpolitik herzieht. Den „Pleitejeier” hat er schon lange auf dem Rathausdach ausgemacht.

„Mem Nordkreis nix am Hoot”

Er sparte nicht mit Kritik an den Prozessen, die die Stadt in der Vergangenheit verloren hat, und hatte aktuell besonders Landrat Wolfgang Spelthahn auf dem Kieker: „Dä hätt mem Nordkreis nix am Hoot.” Besonders in Rage brachte ihn die Krankenhausdiskussion, was ihn zu der Äußerung veranlasste: „De Dicke mät durch dat Komplott os Krankehuus kapott”. „Leeve Pap”, blieb da Präsident Jörg Bücher nur zu sagen. Standing Ovation gab es vom Publikum.

Doch der Ulk hat noch ein weiteres As im Ärmel. Seit Jahren macht mit spitzer Feder und spitzer Zunge Axel Fuchs von sich reden. Auch für ihn ist die Jülicher Lokalpolitik beliebtes Ziel. „Jülich hat einen Prozess gewonnen. Jeder, auch die Stadt Jülich, hat ein Recht darauf, von Bauvorhaben zu träumen”, lautet das Urteil.

Und so sah er Bürgermeister Stommel von einem blühenden Schlossplatz, einer neuen Stadthalle, einem Schwimmleistungszentrum und mehr träumen. Natürlich kam auch ein Golfplatz darin vor. Doch, so fand Fuchs, den brauchen wir ja gar nicht. Löcher gibts genug in der Stadt. Bissig und treffend kommentierte er die Bürgermeisterwahl und die Sitzverteilung im Rathaus. Frei nach Ernst Reuter meinte er da: „Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt. Schickt uns Politiker mit Profil.”

Doch er hatte auch Positives zu vermelden. Als gleichzeitiger Vize-Präsident der CCKG hatte er einen Mitstreiter mitgebracht. Bernd Pflaumen-Flücken hatte ein Lied auf seine Heimatstadt geschrieben, das an diesem Abend erstmals zu hören war und mit Begeisterung von den Jülichern aufgenommen wurde.

Rund um diese Eigengewächse rankte sich ein buntes, abwechslungsreiches Programm aus Musik, Tanz und Büttenreden, das wie in jedem jahr hervorragend von der Kapelle Ted Borgh begleitet wurde. Aus der Domstadt war das Schnäuzer Duo alias Peter Schulte und Ralph Kuhn angereist. Wicky Jungegeburth ist eine bekannte Größe des Kölner Karnevals und schoss das Raumschiff Ulk noch einmal in eine neue Umlaufbahn, ehe man mit den Cheerleadern des 1. FC Köln und ihrer rassigen Darbietung zwischenlandete.

Mitgliederwerbung für seine KG „Übern Berg” betrieb Tom Beyhs, auch bekannt als Präsident der KG Schnapskännchen Güsten. Voll durch starteten die Närrinnen und Narren anschließend mit den Kalauern, die gelungene Parodien auf Schlagerstars ablieferten.

Temperamentvoll, rassig, atemberaubend - so beschreibt man am besten die Tanzgruppe „De Höppemötzjer”, die für ihre halsbrecheriche Darbietung mit einer Rakete belohnt wurde. Die Kolibris setzten musikalisch einen drauf, und mit „Querbeat” setzte das (T)Raumschiff Ulk zur Landung an. Mit dieser Brass- and Marching Band - die Shootingstars der Session - hatten die Verantwortlichen einen Volltreffer gelandet.

Übrigens brauchen sie nicht allzu lange auf weitere Aktivitäten des Ulk zu verzichten, der sich auch außerhalb der Karnevalszeit sehr umtriebig gibt. Viele haben das Zeltinger-Konzert 2009 in guter Erinnerung. Sie können sich einen neuen Termin notieren: Am 29. Mai hat die KG Tommy Engel im Kuba zu Gast, gab Präsident Bücher bekannt.
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