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In Broich wandelt Lazarus übers Wasser

Von: dol
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Broich. Nur ein sehr kurzes, aber umso ereignisreicheres Dasein fristet der Lazarus bei der KG Stopp dä Mutz in Broich. Zurückgreifend auf eine alte Tradition wird in dem Ort seit dem vergangenen Jahr wieder der Lazarus getauft, präsentiert und beerdigt. Das alles passiert an einem Tag: dem Rosenmontag.

Nach der Mundartmesse am Morgen versammelten sich die KG-Mitglieder in ihren typischen blauen Jacken gegenüber der Kirche, um die Taufe zu vollziehen. Die Patenschaft für „dä Mann” hat in diesem Jahr die Löschgruppe Broich übernommen, Pattühm ist ihr Leiter Volker Schunck. Zur Musik der Stöchelsbröder, die im letzten Jahr die Patenschaft übernommen hatten, wurde zunächst ein bisschen geschunkelt, bevor der große Moment nahte.

Peter Hintzen, Präsident der KG Stopp dä Mutz, ließ den Strohmann hervorholen. Nachdem die Broicher 2009 die Puppe selbst gebastelt hatten, kam in diesem Jahr die Historische Gesellschaft Lazarus Strohmanus aus Jülich auf die Nachbarn zu und bot ihnen Hilfe beim Herstellen des Strohmannes an. Das nahmen die Broicher dankbar an. Die jungen KG-Mitglieder Henning Schall und Lukas Malaijka stellten den Lazarus unter Anleitung der Jülicher her und präsentierten das Ergebnis stolz. „Dä Mann is janz us Strüh. Do is kee Stöck Holz drin”, betonte Peter Hintzen, bevor er den Pattühm aufforderte, zur Tat zu schreiten.

Mit ein paar Tropfen Rurwasser wurde der Lazarus auf den Namen „Popolos” vom lateinischen Wort für Volk (von Volker) abgeleitet und „Florianbroder” getauft. In seinem Taufspruch betonte Schunck, das gute Miteinander der Broicher Vereine mit dieser Verbindung weiter festigen zu wollen. Nun stimmten die Zuschauer des Spektakels das Lazaruslied „Ri-Ra-Rickelche” an, das in der Broicher Version geringfügig vom Jülicher Lied abweicht. Zu Walzerklängen der Stöchelsbröder tanzten sodann Volker Schunck und Peter Hintzen mit dem Täufling.

Nach der Zeremonie kehrten die KG-Mitglieder ins Vereinsheim Broicher Hof ein, wo der Lazarus den restlichen Tag „bewacht” wurde. Am Abend droht dem „Mann” üblicherweise ein nasser Tod im Löschteich von Peter Bellartz. Doch angesichts der Witterung geschahen in Broich Zeichen und Wunder. Der Teich ist zugefroren. „Bei uns wandelt der Lazarus eben über das Wasser”, sagte KG-Geschäftsführerin Iris Pauli und lachte.
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