Deiters

Geheimnis um den Reiter des Strafesels wird bald gelüftet

Von: Sigi Malinowski
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Tulpensonntagszug auf dem „Stroaf-Ersel”: 2007 war Schörjer-Präsident Manni Mahr das „Opfer”. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Abweichungen vom strengen Protokoll sind immer mal drin. Beispielsweise dann, wenn der „Reiter” spontan von seinem Untersatz springt und per pedes in die Menge rast. Eigentlich ists verboten, den „Stroaf-Ersel” zu verlassen. Aber was ist in einem Karnevalsumzug schon reglementiert?

Erich Theil, stellvertretender Leiter der Baesweiler Ehrengarde, könnte viele Geschichten über den hölzernen Kameraden erzählen, der seit zwölf Jahren am Tulpensonntag die Runde durchs Dorf macht. Doch manchmal muss man auch Diskretion wahren. Nicht verheimlichen mag der Stellvertreter von Chef Dieter Hummes, dass es früher vielleicht mal eine Strafe war den Esel besteigen zu müssen. Weil man sich zum selbigen dadurch machte. In den letzten Jahren haben sich die Wertigkeiten aber verschoben.

Der Eselsritt ist zu einer Auszeichnung geworden. Denn der „Auserwählte” findet mindestens genau so viel Beachtung wie die Tollitäten, die mitziehen. Einst hatte Willi Bley den mitÊ Vollgummireifen „behuften” Esel gebaut. Die Idee ist vom Kölner Karneval „abgekupfert”, gibt Theil gerne zu. Für ihn und seine Garde zählt aber nur, dass man mit dem Strafesel eine weitere Attraktion des Zuges geschaffen hat. Möchte doch eine ganze Stadt sehen, wen es diesmal „erwischt” hat.

Ralf Schmitz war schon drauf, Schörjer-Präsident Manni Mahr ebenfalls und auch Oidtweilers Karnevals-Urgestein Kalle Kerschgens ließ sich hoch oben feiern. Sie erfuhren von ihrem Glück erst zwei Stunden bevor sich der Zug ab Mariastraße in Bewegung setzt. Zum Gardeappell verkünden Theil und Kameraden stets, wer die Zügel des Esels in den Händen halten wird. Und noch eine Auszeichnung wird im Innenhof des Theilschen Betriebes in der Roskaul vorgenommen. Rittmeister Erich Theil benennt - wenn notwendig - neue Mitglieder des Reiterkorps, dass sich jedes Jahr in den Zug einreiht.

Diesmal bekommt Karl-Heinz Gehder feierlich den Mantel umgehangen. Aber dabei bleibt es nicht. Am Abend, zum Schörjerball im Festzelt, werden ihm auch noch die Sporen überreicht. Karl-Heinz Gehder reiht sich in eine elitäre Staffel ein, die Rittmeister Theil begleitet. Rudi Weber, Frank Oudenhoven, Winnie Demus, Manfred Kremer, Peter Meissner und eben Kalle Gehder gehen vierbeinig mit auf „Schipp” und beobachten den Eselsführer nach seiner Disziplin.

Den in die Jahre gekommenen Esel haben Maler Winnie Demus und Landschaftgestalter Theil für seinen Auftritt am Sonntag ordentlich sanieren müssen. „Im letzten Jahr sind ihm Teile des Kopfes abgefallen”, berichtete Erich Theil mit einem schelmischen Grinsen - und führt das auch auf die Heftigkeit des Feierns am Tulpensonntag zurück.

Ein Erbsensuppenessen (11.30 Uhr) geht der Kürung des Eselsreiters 2010 voraus. Natürlich „wollen alle wissen wer denn zwei Unterhosen mehr anziehen muss”, denn die Temperaturen sollen Sonntag kräftig in die Minusbereiche sinken. Der Name bleibt geheim, allerdings sickerte durch, dass sich der „Reiter” im Laufe des zweiten Halbjahres 2009 schon häufig „Eseleien” auf dem Fußballplatz ansehen musste. Auf welchem lässt Theil natürlich offen.

Und der Bändiger des Grauen ist ein Mann, der gerne Fünfe gerade sein lässt. Einer, der dem Baesweiler Karneval wie auf den Leib geschnitten ist. Dem zuzutrauen ist, dass er auch ganz plötzlich ins Bad der Menge springt und von den Zugordnern wieder eingefangen und auf den Esel gehievt werden muss.
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