Aachen - Fettdonnerstag: Durch sieben Schleusen zur Stimmung

Fettdonnerstag: Durch sieben Schleusen zur Stimmung

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Damit der Blick ins Glas nicht allzu tief ausfällt, wird es einkassiert. Zumindest auf dem Markt.

Wer Fettdonnerstag dort möchte, muss vorher durch eine der sieben Zugangsschleusen. Dort wird kontrolliert: Schnaps bleibt draußen, Sekt und Bier werden von Glasflaschen in Plastikbecher umgefüllt.

Bekannt, bewährt, wird beibehalten: Das Sicherheitskonzept für den Markt feiert morgen sein vierjähriges Bestehen. Und keiner der an der Umsetzung beteiligten Akteure - Verwaltung, Polizei, Malteser Hilfsdienst, Oecher Penn und Hitradio 100,5 - erinnert sich gern daran, wie es vorher war. Laut Polizeihauptkommissar Josef Bayer waren die Einsätze auf dem Markt vor fünf Jahren durch Konflikte mit extrem betrunkenen und gewalttätigen Jugendlichen geprägt. „Das war keine schöne Erfahrung”, sagt er. Auch Jürgen Brammertz, Kommandant der Oecher Penn, sagt: „Die Zustände von vor ein paar Jahren hatten mit Karneval nichts zu tun.”

Aber genau darum soll es am Fettdonnerstag ja gehen. Nachdem das Ordnungsamt ab 9.30 Uhr den Markt „geschlossen” hat, beginnt ab 11 Uhr die Penn mit ihrer Marktsitzung. Ab 13 Uhr übernimmt 100,5 das Hitradio die Regie, erstmals wird ein professioneller DJ den Narren mit Party- und Karnevalsmusik kräftig einheizen. Neu ist auch der Standort für das „Medical Center”, in dem sich der Fachbereich Kinder, Jugend und Schule mit dem Malteser Hilfsdienst um Jugendliche kümmert, die arg alkoholisiert oder verletzt sind.

Es wird in den Räumen des ehemaligen Caf Extrablatt zu finden sein. Und um die Zahl der Patienten klein zu halten, habe man bereits Präventionsarbeit betrieben, sagt Brigitte Drews, stellvertretende Leiterin des Jugendamtes: „Wir haben die Kioskbetreiber dafür sensibilisiert, darauf zu achten, an wen sie Alkohol verkaufen.” Auch hierauf wird das Ordnungsamt ein Auge werfen. „Wir sind ganz nah an der Veranstaltung”, verspricht Leiter Detlev Fröhlke, der darauf hinweist, dass der Markt für Anti-Karnevalisten nicht gänzlich zur Sperrzone wird: „Wer einkaufen will, kann das tun, muss aber ein paar Minütchen mehr mitbringen.”

Der Boden für einen stimmungsvollen und unbeschwerten Fettdonnerstag auf dem Markt ist bereitet, bis zu 4000 Personen finden dort Platz. „Wenn es richtig voll wird, könnte das einige Probleme mit sich bringen”, ahnt Oberbürgermeister Marcel Philipp. Entschieden größer würden sie allerdings sein, wenn die Mehrheit der Jecken richtig voll wäre.

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