Fans des Prinzen lassen sogar Konfetti regnen

Von: Patrick Nowicki
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Echten Fastelovendsjecken kann der Regen die Stimmung nicht vermiesen: Die Mitglieder und Freunde der KG Narrenzunft Pumpe-Stich feierten lautstark „ihr” Prinzengespann. Foto: Patrick Nowicki

Eschweiler. Ein gestandener Fastelovendsjeck muss wetterfest sein und selbst im strömenden Regen feiern, dass die Stimmung steigt, wenn das Thermometer sinkt. Der Kälte sollte er mit regelmäßigen Schunkel- und Klatschbewegungen entgegenwirken.

Kurzum: Ihm sollte die Wetterlage gleichgültig sein, weil im echten Karnevalsherzen sowieso immer die Sonne scheint. Diese Voraussetzungen erfüllten am Sonntagmorgen gleich Hunderte, sodass dem Komitee-Präsidenten Norbert Weiland nichts anderes übrig blieb, als am Ende des Programms seine Narrenkappe zu ziehen.

Tristesse zu einem Jubiläum passt eigentlich nicht so recht ins Bild der Eischwiele Fastelovend, aber zum 25-jährigen Geburtstag des Narrenbrunnens blieb der Himmel grau und es regnete in Bindfäden. Im Kontrast dazu bot die Narrenschar vor der Bühne am Rathaus ein buntes Bild, alle Farben der Eschweiler Gesellschaften waren vertreten. Zunächst auch beim Aufzug der Standarten, aber anschließend dominierte die Kombination Rot und Grün.

Dies sind die Farben der KG Narrenzunft Pumpe-Stich, die in diesem Jahr zum 75-jährigen Bestehen auch die Tollität Eschweilers stellt. Bis Stephan Lenzen und Leo Arnold die Bühne betraten, mussten sie sich ab er noch etwas gedulden. Zuvor trotzten Kindermariechen Alina Saager, Tanzpaar Jacqueline Pfennings und Dieter Hübner junior sowie die Tanzgarde den Herbsttemperaturen.

Puddelrüh rockt die Bühne

Der Spielmannszug und der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr sorgten zu Beginn für den musikalischen Rahmen, packten aber nach etwa einer Stunde im Dauerregen verständlicherweise die Instrumente - teilweise aus Holz - ein. Den Schutz der Bühne genossen teilweise die Senkrechtstarter der noch jungen Session: Die neue Mundartband Puddelrüh rockte so temperamentvoll und sicher über die Bühne, als seien sie seit Jahren Hauptakteure auf dem Alter Markt in Köln.

Ihrer Hommage an die Domstadt mit „Kölle - do bes eh Jeföhl” folgten auch Eigenkreationen. Der Ohrwurm „Schatzepaav” dürfte in dieser Session zum Hit werden. Auch „Leev Caroline”, die Eischwiele Version von „Sweet Caroline”, heizte den Jecken mächtig ein. „Sowas habe ich noch nie gesehen, ihr bringt die Regenschirme zum Hüpfen”, lobte Komitee-Präsident Norbert Weiland.

Nicht nur die Temperaturen erinnerten an Weihnachten, auch Bürgermeister Rudi Bertram hatte das Gefühl, als sei schon Bescherung. Zunächst heftete ihm Komitee-Präsident Norbert Weiland den Jubiläums-Pin an die Brust, anschließend präsentierte Harald „Hucky” Weiland den von ihm entworfenen Eschweiler Schal und zu guter Letzt überreichte ihm Ex-Tollität Dirk Sazma eine DVD, die während der vergangenen Session entstanden ist. Der Film hat etwas Positives bewirkt, wie der Initiator Sazma verkündete: „Wir haben einen Anti-Karnevalisten zum Fastelovendsjecken gemacht.” Die Rede war von Michael Bille. Der Dürener hielt die vergangene Session mit seinem Team und der Kamera fest - und Aschermittwoch musste er eine Träne verdrücken.

Ähnlich fühlten sich Marco Zimmermann und Hans-Willi Huth. Die Narrenherrscher des vergangenen Jahres nahmen auf der Bühne vor dem Rathaus Abschied und wurden in die Riege der Ex-Prinzen und -Zeremonienmeister aufgenommen. Nostalgie kam auch auf, als das Geburtstagskind selbst die Bühne betrat: Franz-Josef Dittrich schlüpfte nochmal in die Rolle des „Jüppsche vam Jraav” und hielt der Indestadt kurz den närrischen Spiegel vor. Von der Baustellenflut war ebenso die Rede wie von der Unzufriedenheit, jetzt als Brunnen vor dem Rathaus zu stehen, wo er nur noch Beamte und Politiker zu Gesicht bekomme. Eine gelungene Überraschung.

Mit jedem Liter Regen vom Himmel stieg auch die Spannung: Endlich betraten Stephan Lenzen und Leo Arnold die Bühne und jubelten den ausharrenden Fastelovendsjecken zu. Die Feuer-, pardon: Regentaufe bestanden die Beiden mit Bravour. Stephan Lenzen grüßte die Freunde aus Wattrelos sogar auf Französisch und anschließend sangen alle gemeinsam das neue Prinzenlied „Jeck op Fastelovend”. Die große Anhängerschar antwortete mit einem Konfetti-Schauer.

Das Ende ist bekannt: Die designierten Narrenherrscher und der Komitee-Präsident verneigten sich vor der Wetterfestigkeit der Eischwiele Fastelovendsjecke und zogen symbolisch ihre Narrenkappen.
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