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Elf Gardisten bringen die Bühne zum Beben

Von: Nicola Gottfroh
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Sie sind das Aushängeschild des Linnicher Karnevals: die Tänzer der Stadtgarde. Foto: Gottfroh

Linnich. Sie ist aus dem Linnicher Karneval nicht mehr wegzudenken - die Stadtgarde Linnich. Wenn sie auftritt, dann bebt die Bühne. 60 Mitglieder zählt die Truppe, rund die Hälfte der Mitglieder sind Männer.

Dass diese sich nicht nur der eindrucksvollen blau-weißen Uniformen wegen für die Mitgliedschaft in der Stadtgarde entschieden haben, beweisen vor allem die tanzenden Gardisten. Elf der „strammen Jungs” schwingen selbst das Tanzbein.

Wenn auch die meisten Menschen beim Thema Tanzgarden an flotte Mariechen, fliegende Rocke und „Spitzenbützche” denken - gerade Männer spielen eine tragende Rolle in den Garden, entstanden diese doch als Persiflage aufs Militär. In dieser Tradition stehen auch die Linnicher „Blau-Weißen” - auch wenn sie sich erst 1952 gegründet und nach ihrem vorübergehenden Ende in den 60er Jahren dann ab 1979 wieder die Bühne erobert haben.

Brauchtumspflege nehmen sie ernst: Vom singenden Kommandanten Uli Meuser und hin zum Koch Stefan Kops, der die „Truppen” versorgt - wie in einem richtigen Regiment hat jedes Mitglied seine spezielle Aufgabe.

Dank dieser Detailfreude gehört die Stadtgarde zu den Gruppen, denen es gelingt, dass nicht nur die männlichen Karnevalisten beim Anblick der Tanzmariechen Simone Böldt, Miriam Maaßen und Michaela Ludwig auf ihre Kosten kommen. Schließlich - die Damen freuts - werden die Linnicher Mariechen stets begleitet von männnlichen Uniformierten. Besondere Aufmerksamkeit erhalten bei den Auftritten, neben den tanzenden Gardisten, natürlich die Tanzoffiziere der Mariechen.

Diesen Job haben Michael Meuser, der inzwischen seit 25 Jahren dabei ist und in dieser Session sein letztes Jahr als Tanzoffizier bestreitet, Daniel Dohmen und Alex Wermeter. Letzterer darf sein Mariechen, Simone Böldt, auf „Händen tragen” und durch die Luft wirbeln.

Das, worum ihn viele Männer beneiden, ist allerdings keine leichte Aufgabe: Denn auch wenn die Mariechen Fliegengewichte sind, benötigt man für diese Aufgabe jede Menge Muskelkraft. „Aus diesem Grund kann auch nicht jeder Tanzoffizier werden - nur wer so groß und kräftig ist wie Alex und seine beiden Offizierskollegen hat eine Chance”, berichtet Ralf Zander, Stadtgardist und Vorsitzender der „Blau-Weißen”.

Neben den genannten Eigenschaften gehört natürlich noch jede Menge Training dazu. Um dem Publikum eine perfekte Show zu liefern, fängt die Tanzgruppe der Stadtgarde bereits im September an, die Tanzschritte zu proben, berichtet Wermeter.

Taktgefühl zeigt auch Gardetänzer Marcel Giesen. Nicht nur aus Spaß an dr Freud ist der Familienvater mit dabei - ihn verbindet viel mehr mit der Gruppe: Die Garde sei für ihn so etwas wie eine große zweite Familie, erzählt er. Zudem sei das Gardeleben in seiner Familie von „Generation zu Generation Tradition”. Schließlich war sein Vater Gründungsmitglied, und auch der Nachwuchs, so hofft er, wird vielleicht eines Tages in die Uniform schlüpfen.

Das Tanzbein schwingt auch Stadtgarden-Vorsitzender Ralf Zander, schließlich will der 41-jährige Chef der Truppe zeigen, dass er noch nicht eingerostet ist. „Wir sind zwar in unseren Bewegungen nicht so filigran wie die Damen - aber wir hoffen, dass es trotzdem Spaß macht uns zuzusehen und die ganze Sache auf der Bühne gut aussieht”.

So ist es, denn sonst würden die feschen Gardisten nicht schon seit den 50er Jahren ihren Charme versprühen. Darum gehören die Blau-Weißen längst zu den Aushängeschildern des Linnicher Karnevals in der Region.
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