Deiters

Eine perfekt harmonierende Mannschaft

Von: Fred Schröder
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Düren. Karneval ist vom Grunde her lustig. Karneval ist eine ernste Sache, sagen dagegen Skeptiker. „Karneval ist beides”, sagt Prinz Peter VI. (Schmitz). Und seine Agnes stimmt zu. So wenige Tage vor dem Höhepunkt der Session ist das Prinzenpaar sicher: „Es ist was dran an dem Schlager Einmol Prinz zo sin´”.

Die Bemerkung klingt abgegriffen, aber genau so ehrlich: „Das ist ein einmaliger Höhepunkt im Leben. Der kommt nicht wieder”.

Vor dem Spaß und der Freude steht die Arbeit. Vor und hinter den Kulissen. Die „Prinzenburg” im Bretzelnweg wird täglich am Nachmittag bildlich zum Ameisenhaufen. „Dann kommen die, die uns helfen und ohne die wir aufgeschmissen wären”, reagiert Prinz Peter auf das Klingeln. Und dann trudeln sie ein. Die Hofdamen Lydia Körner, Elfi Heller und Heidi Simons, Fahrer Wilfried Kessler, die Pagen Christina Schmitz und Kai Ulhas. Und jeder weiß, was er zu tun hat. Die Pagen packen die Körbe mit Schokolade und anderen Süßigkeiten, der Fahrer geht im Kopf schon mal den Tourplan und die Strecke durch. „Kürzlich ist der ein ganzes Stück über den Bürgersteig gefahren, damit wir den Saaleingang überhaupt erreichen konnten”, verrät der Prinz.

Nach einer Tasse Kaffee verziehen sich die Hofdamen samt der Prinzessin ins Untergeschoss. Das Kleid muss aufgebügelt und mit neuen Spitzen versehen werden, Accessoires ausgesucht und die Tulpen für den Einmarsch zurechtgestellt. Derweil kündigt der Prinz lachend an: „Ich steige in die Thrombosestrümpfe”. Das schafft er nicht alleine. Jakob Simons und Gerd Heller leisten Hilfestellung. „Lustig wird es wenn ich zur Toilette muss”, erzählt Peter. Dann benötigt er die Hilfe von Jakob Simons. Andere Besucher der Toilette haben kräftig gelacht: „Die sind vielleicht bekloppt”, kam der Kommentar von nebenan zu des Prinzen Bitte, ihm in die Hose zu helfen.

Auf seine Mannschaft kann sich das Prinzenpaar verlassen. „Das ist ein eingespieltes Team. Da hilft jeder jedem. Und da einige noch berufstätig sind springt jeder für den anderen ein”, fällt das Urteil der Narrenherrscher sehr positiv aus. Die engste Umgebung des Prinzen kommt aus seiner Heimatgesellschaft „Südinsulaner”. Großes Lob gibt es für das Festkomitee und die jeweiligen Gesellschafen in der Begleitung des Prinzenpaares. „Wir sind eine lustige Truppe. Da wird viel gelacht zwischen den Einmärschen und Auftritten.

Apropos Auftritte: „Ich werde noch Monate brauchen, um die Erlebnisse zu registrieren und zu kanalisieren”, sagt Prinzessin Agnes. Das Eifeler Mädchen mit Geburtsort Prüm hat Karnevalserfahrung bei ihrer Tätigkeit in den Uni-Kliniken Mainz und Köln gesammelt. „Der Peter hat da aber Vorsprung von 40 Jahren”, räumt sie ein. Doch jetzt ist sie vom Bazillus Karneval infiziert.

Fragt man das Paar nach besonderen Eindrücken und Erlebnissen, werden Gegensätze deutlich. Hier der triumphale Einzug mit Pauken und Trompeten in die Säle, dort die ruhigeren Momente bei den Besuchen in Behinderteneinrichtungen, Krankenhäusern und Altenheimen. „Da hat mich eine 104-Jährige angestrahlt und gefragt, ob sie mich mal streicheln dürfe”, wird Prinz Peter nachdenklich, und Prinzessin Agnes kann das kleine Mädchen nicht vergessen, das sie auf der Bühne anhimmelte: „Die war ganz weg”. Wie die Frauen und Männer einer Wohngemeinschaft für geistig Behinderte. „Das sind Momente, die präsent bleiben”.

Und was folgt nach dem Höhepunkt des Dürener Karnevals, dem Zoch am Orchideensonntag? Wenn der Aschermittwoch das Prinzenpaar zurück in den Alltag holt? Das große Loch? „Wir werden ihn langsam wieder herunter therapieren”, meint Elfi Heller mit Blick zum Prinzen. Der ist realistisch: „Als Prinz wirst Du willen- und tätigkeitslos. Alles wird Dir abgenommen.” Aber nur noch bis zum Dienstag. „Dann werden wir ihn behutsam in den Alltag begleiten”, verspricht die Mannschaft.
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