Ein jecker Leckerbissen in neun Gängen

Von: Verena Richter
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Die obligatorische Penn-Show d
Die obligatorische Penn-Show durfte nicht fehlen: Seit dem Frühjahr 2009 bilden Nadine Staerk und Frank Radermacher das Marketenderpaar. Auch diesmal gab es wieder viel Applaus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wenn der älteste Karnevalsverein Aachens im 155. Jahr seines Bestehens zur Sitzung lädt, dann sind die Erwartungen beim närrischen Publikum groß. Die Stadtgarde Oecher Penn meisterte diese Herausforderung - soviel vorweg - mit Bravour.

Vier kurzweilige Stunden dauerte die Sitzung im Eurogress, vier Stunden, die für die rund 1400 Zuschauer mit zahlreichen jecken Leckerbissen garniert waren.

„Festival der Liebe”

In diesem kulinarischen Sinne hatte Penn-Kommandant Jürgen Brammertz das Programm selbst beschrieben, als er am Samstag pünktlich um 20.11 Uhr auf der Bühne die Sitzung eröffnete: „Wir haben ein schönes Programm vorbereitet, es ist wie ein Abendmenü, und ich hoffe, dass es Ihnen schmecken wird und jeder Gang pünktlich serviert wird.” Dieses Neun-Gänge-Menü begann mit einem „musikalischen Aperitif”, nämlich der obligatorischen Penn-Show. Das Marketenderpaar zeigte zusammen mit dem eher rustikalen Männerballett der Penn unter dem Motto „Festival der Liebe” karnevalistische Choreographien und machte Appetit auf mehr.

Es folgten zwei Zwischengänge, die für den Öcher Gaumen im ersten Moment vielleicht ein wenig exotisch waren, kamen die Künstler doch aus Köln und Düsseldorf. Aber „De Boore” und „Der Hausmeister von nebenan” wussten durchaus zu begeistern, und allein die Verweise des Düsseldorfer Büttenredners Winfried Ketzer auf die Fortuna mag dem einen oder anderen Alemannen etwas schwer im Magen gelegen haben.

Das war aber schnell verdaut, als der nächste Gang serviert wurde: Prinz Rainer I. kam mit Hofstaat und Prinzengarde auf die Bühne. Und seine Tollität verlieh seinem Auftritt eine besondere Würze, als er seinen Federhut mit der Mütze der Penn tauschte, die ihm Jürgen Brammertz auf den Kopf setzte - ein nicht ganz alltäglicher Vorgang, den Prinz Rainer I. so erklärte: „Ich habe einen Penn-Antrag gestellt und sie haben ihn ohne Bürgen oder polizeiliches Führungszeugnis angenommen.” Kein Wunder, dass Penn-Kommandant Brammertz quasi als Gegenleistung die Lieder aussuchen durfte, die der Prinz und seine Gefolgschaft dann präsentierten.

Musikalisch ging es mit „Et Zweijestirn” aus Erkelenz weiter, die einen Zwischengang mit politischen und gesellschaftskritischen Liedern kredenzten.

Dann wurde es spektakulär, denn das „Tanzcorps Colonia Rut Wiess der KG Schlenderhaner Lumpen” brachte mit akrobatischen Einlagen, die die Zuschauer wohl eher im Zirkus als auf der Eurogress-Bühne vermutet hätten, eine gehörige Portion Würze ins Programm. Angesichts der durch die Luft fliegenden Tanzmariechen war selbst Penn-Kommandant Jürgen Brammertz beeindruckt: „Das war das beste Tanzcorps, das ich seit langem gesehen habe”, sagte er.

Gehobene Kost

Mit dem Auftritt von „Jürgen B. Hausmann” und den „4 Amigos” wurden danach die Hauptgänge des Abends serviert. Und beide Lokalmatadoren boten gehobene Kost mit regionalen Zutaten. So stellte etwa Hausmann die Bedeutung des Buchstaben „J” für die Küche des Westzipfels heraus, denn viele schmackhafte Gerichte fangen mit „J” an: „Julasch, Jemüse oder Jute Butter”. Und wer die Amigos auf die Speisekarte setzt, der weiß sowieso, was er bekommt: Lieder, Show und Unterhaltung der Spitzenklasse.

Zum Dessert marschierte das Reiter-Korps „Jan von Werth” aus Köln auf, die als Sahnehäubchen auf ihr karnevalistisches Musik-und-Tanz-Programm den Öcher Lennet Kann setzten.

So entließ Kommandant Jürgen Brammertz mit dem Menü, für das Chefkoch und Vize-Kommandant Georg Cosler verantwortlich zeichnete, seine 1400 Gäste nach Mitternacht hervorragend gesättigt aus dem Europasaal. Und wer immer noch Appetit hatte, für den gabs im Foyer mit den Partybands „Nino Danieli” und „Night in Paris” noch zwei Betthupferl.
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